Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 11 (August 1863)
- Article
- Aw
- Date
- 1863-08-01
- Page
- 485 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932931-2948139--08444-2948175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XI. Die jüdische Welt. Das Galuth. 485 Heiles, das allein die Bürgschaft des ewigen Friedens bilde, und in allen Zeitlagen und in jedem Umstande der Gerechte seinen Weg von Gott gebahnt finde! "אודרו לצדיק", so lautet das in dem Galuth gewonnene Resultat sür den Wandel der Menschen und Völker ans Erden, "״ .״אורח לצדיק מישרים ישר מעגל צדיק חפלםEs giebt nur Einen socialen Weg für den Gerechten, und der heißt: Geradheit. Gott, der erste Gerade, mißt und wägt und bestimmt den Kr eis des Gerechten. Das, was er sich aneignen, was sein Gebiet ausmachen soll, das ist eben יצר םמוך! Darum wird Israel der ganzen geistig und sittlich erlösenden Macht des Galuth tnne und kann beim Ablauf desselben zurückblickend bekennen: Auch auf dem Wege seincr Gerichte habe es nur Gottes gehofft, ging auf seinen Namen und sein ihm unter Menschen zu stiftendes Andenken das Sehnen seiner Seele. Als seine Seele habe es Gott in der Nacht des Galuth ersehnt, und werde anch Ihn nur als den in seinem Innern eö bewegenden Geist im Morgen suchen; denn so oft seine Gerichte der Erde werden, lernten Gerechtigkeit die Bewohner der Menschen- Welt. Würde dem Schlechten Gnade, ohne daß er Gerechtigkeit gelernt, er würde ans der der Rechtschaffenheit bestimmten Erde nur sortfahren Unrecht zu üben und nimmer die Erhabenheit Gottes schauen. Freilich, hat sich seine Hand schon hoch gezeigt und doch sehen die Menschen sie nicht; würden sie sie sehen, sic würden sich ja ihrer nationalen und socialen Eifersucht schämen; die aber die Gott schauen und den Kampf mit ihm wagen— צריך — werden vom Feuer seiner Strafgerichte vernichtet. Nur die bewußtvolle Anerkennung der göttlichen Obmacht schaffet Frieden auf Erden und bannt die Eifersucht zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk, und diesen Frieden schafft Gott auch Israel auf Erden. ד׳ תשפוח שלום לגו, Nicht von einer Gott die Treue brechenden Eonnivenz, nur von Gott, von Gottes die Völker belehrenden Gerichten, erwartet Israel diesen Frieden כי גם כל מעשיגו פעלם לגו, denn nicht nur Israels internationalen Beziehungen, für Alles was eö seit seincr nationalen Existenz geschaffen und geleistet, hatte cs lediglich von Gott Mittel und Kraft und Boden der Wirksamkeit zu crwartat gehabt, ״auch alle unsere Leistungen hast du uns bewirkt!" ״Gott," spricht Israel ans die Jahrhunderte seiner Galuthnacht zurückblickend, ״Es hatten uns andere Herren außer dir bewältigt,