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Jeschurun · 1863-06-01 · Heft 9 (Juni 1863) · p. 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 9 (Juni 1863)
Article
Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
Date
1863-06-01
Page
420 (sequence 15)
Language
German
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420 Uebn die beim Anlegen de» man, wenn man die Kopftephillin ohne irgend eine Unterbrechung ׳ nach den Handtephtllin anlegt, nicht ebenso wie wenn man die ersteren allein anlegt, eine Beracha darüber sprechen soll, gar nicht gestellt werden; denn selbstverständlich ist nur, wenn beide Tephillin unmittelbar nach einander gelegt werden, das Anlegen der Kopftephillin als׳ Vollendung der Gesetz eöerfüllung, als גמר המצו׳ anzusehen, worüber man keine besondere Beracha spricht; werden aber die Kopftephillin allein angelegt, so Hat man dies als besondere Gesctzeserfüllung zu betrachten, worüber auch eine besondere Beracha zu sprechen ist. Indessen liegt zwischen diesen beiden Fassungen der Erklärung Raschi's durchaus keinen Widerspruch, sondern stimmen dieselben ihrem eigentlichen Sinne nach mit einander überein; denn der Grund, den Raschi nach der in מרדכי aufbewahrten Lesart dafür angiebt, daß man nur über die Handtephtllin und nicht über die Kopstephtllin Beracha spricht, besteht darin, weil bei den Kopftephillin die Gesetzerfüllung nur im Tragen, bei den Handtephtllin aber im Anlegen und im Trage» besteht, und die Beracha להניח auf beides sich bezieht; darum ist die Beracha להגיח für beide Tephillin giltig kann aber die nur auf die im Tragen bestehende Gesetzersüllung sich beziehende Beracha ע״מ für die Handtephtllin keine Geltung haben; und dieß ist, wie wir oben dargethan, auch der Grund, den Raschi nach der in unseren Talmudausgaben sich befindenden! Fassung, für die in Folge einer Unterbrechung zu sprechende Beracha ע״מ angiebt, * woraus wir sehen, daß beide Lesarten in der Wirklichkeit auf eins hinauslausen. Die in כדרכי enthaltene Lesart dürfte sich aber noch insbesondere durch eine bereits erwähnte Stelle des ם׳ המנהיג mottviren lassen, nach der die dem Tephilltngebote zu Grunde liegende Absicht darin besteht לקיים מה שג' ולא תחוח אחרי לבבכם ואחרי עיניכם על ידך כנגד הלב ועל הראש בבין העינים, demgemäß entspricht das Tephillingebvt dem Gottesworte: ״Spähet nicht nach euerem Herzen und eueren Augen", und sind die Handtephtllin bestimmt, unsere Thatkraft zur unverbrüchlichen Hingebung an das Gottesgesetz zu weihen, undhaben die Kopftephillin kn Zweck, unsere Erkenntniß vor Verirrungen zu schützen. Da nun die praktische Erfüllung des Gottesgesetzeö das Wesen unserer Lebensaufgabe bildet, der alle an-

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