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Jeschurun · 1863-06-01 · Heft 9 (Juni 1863) · p. 412

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 9 (Juni 1863)
Article
Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
Date
1863-06-01
Page
412 (sequence 7)
Language
German
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412 Wer die beim Anlegen der 2 B. M 13, 9 und 16 zu ersehen, hinsichtlich des von Gott uns änbefohlencn Zeichens ausschließlich der Ausdruck 'והי gebraucht: ״Es sei dir ein Zeichen"; ״es sei zum Zeichen an deiner Hand", worin noch keine in einer äußeren Handlung bestehende Ausübung befohlen ist. In פ' שמע und פ' והי׳ אם שמע wird aber der Ausdruck וקשרתם gewählt, , wodurch erst eine wirkliche That verlangt wird. Der Grund hierfür scheint, wie bereits R. Mosche b. Nachman in seinem Thora-Commentare zu פ' פא andeutet, in Folgendem zu liegen: da in שמע und פ' והי' אם שמע die sich hingebende Unterordnung unter die göttliche Herrschaft und das von Gott geosfcnbarte Gesetz verlangt wird, ist in diesen beiden Abschnitten der eine äußere That gebietende Ansdruck וקשרתם gebraucht, um uns zu zeigen, daß wir die Banden des unbedingten Gehorsams gegen Gottesgesetz uns austegen müssen, daß unsere Hand wie unser Herz durch diese Banden beschränkt sein muß, daß jede That unserer Hand und jede Regung unseres Herzens durch das Gottesgesetz geregelt werden muß, daß wir beim Gebrauche unserer Thatkraft, bei der Wahl und Verwerfung von Dingen und Handlungen nicht von den Eingebungen unseres Herzens (לא תתורו אחרי לבבכם), sondern von den Diktaten des Gottesgcsetzes uns ausschließlich letten lassen müssen — dieser Grundsatz, der uns auch durch das Wort unserer Weisen ״ ,הצדיקים לבם מסור בידם והרשעי' הם מסורי' ללבםder Ge- ״rechten Herz befindet sich in ihrer Hand, die Frevler aber sind ih- ״rem Herzen preisgegeben" angedeutet wird, ist es, dessen Verwirklichung uuS durch das eine That verlangende וקשרתם als die mit allen unseren Kräften zu lösende Aufgabe unseres Lebens bezeichnet wird. Gegen diese Auffassung könnte jedoch eingewendet werden, daß hinsichtlich der Kopftephillin in keinem der vier Abschnitte das Wort וקשרתם sondern ausschließlich der Ausdruck 'והי gebraucht wird, wonach es auffallend erscheinen muß, weßhalb man auch, falls man blos Kopftephillin anlegen sollte den oben angeführten Worten des -R. Jehudai Gaon gemäß beide Berachot zu sprechen hat? Der Grund hierfür scheint aber darin zu bestehen, daß der Vers וקשרתם so zu interpretiren ist, daß das Wort וקשרתם auch auf בין עיניך sich bczieht, wonach also das Gebot des Anlegens auch auf dteKopftephillin sich bezieht, ebenso wie in 2 B. M. 13 der Ausdruck 'והי auf die Handtephillin sich bezieht, und der Vers וקשרתם so zu er-

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