Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1863)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1863-06-01
- Page
- 403 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Aphorismen. IV. 40S einer gemeinsamen Genossenschaft getragen werden können, die, wenn sie nicht gesetzestrcu gegründet, gepflegt und unterhalten werden, das gesetzcstreue Leben, somit die bare Existenz eines gesetzestreuen Juden unmöglich machen, und haben wir nicht die ganze gesetzestreue Zukunft unseres eigenen Lebens, mehr noch dasjenige unserer Kinder völlig dem Ungefähr preisgegeben, wenn wir nicht Alles ansbieten, Glieder einer gesetzestreuen Genossenschaft zu sein, und wenn wir es nicht sind, zu werden? Wer bürgt uns dafür, wenn die Richtung Unserer Gemeinde einmal auf Abwege gerathen, daß wir, daß unsere Kinder nicht einmal noch auswandern müssen um nur z. B. in den einfachsten Pflichten der Speise- und der Ehe-Gesetze ihrem jüdischen Gewissen genügen zu können? Allein, denkt man, was nützt der Widerspruch weniger Einzelnen, was nützt gar der Widerspruch eines Einzelnen— die Majorität läßt ihn sprechen und geht ihre Wege! Es ist dies eine bequeme Bescheidenheit, die Vieles verdirbt und noch dazu vollständig in der Irre ist. Wer von der Wahrheit und Richtigkeit seiner Meinung entschieden überzeugt ist, der spreche sie aus, unausgesetzt und bet jeder Gelegenheit mit der Entschiedenheit seiner Ueberzeugung aus, und kümmere sich nicht darum, wie viele Genossen oder Gegner er in dieser Ueberzeugung habe. Nur die Lüge bedarf vieler Genossen zum Siege, um durch Massengewalt zu ersetzen, was an innerer Berechttgüng gebricht. Die Wahrheit bricht sich und wenn auch oft langsam, doch sicher selber die Bahn, die Wahrheit, nur edel und muthig und rein, mit dem ganzen Feuer der Ueberzeugung und der ganzen Klarheit eines entschiedenen Bewußtseins ausgesprochen, wiederholt und immer bei jeder Gelegenheit ausgesprochen und nimmer verleugnet, gewinnt selbst dem Gegner zuletzt Achtung und Anerxennung ab, und nur die Wahrheit ist ohne Zukunft verloren, deren Bekenner nicht mehr den Muth haben für sie ein offenes Wort zu sprechen. Noch ist keine Wahrheit durch die Macht der Gegner, immer nur durch die Schwäche ihrer Freunde verloren gegangen. ,ר׳ יהודה בן בחירך hat ein vielleicht nimmer mehr als in unserer Zeit und in Beziehung aus unfern Gegenstand zu beachtendes Wort gesprochen: אין צווי בכל מקום אלא זירוז שגא׳ וצו את יהושע וחזקהו ואמצהו לפי דרכנו למדנו שאין מחזקים אלא המוחזקים ואין מזרזים אלא