Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1863)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1863-06-01
- Page
- 401 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aphorismen. IV. 401 drückt, daß von diesem NättonalschaH MäS verlöret geht und er nicht so unversehrt und rein den Nachkommen überliefert wird, wie wir ihn von unser» Vätern empfangen. Sie vergessen, daß selbst die Vererbung in dem eigenen Hause nicht gesichert ist, wenn das Haus isolirt bleibt, und dem Geiste, der im Hause waltet, nicht verwandte Kreise geöffnet werden, die ihm gleich hingebungstreue Pflege zuwenden, ja, daß die Vererbung des jüdischon Geistes und des jüdischen Lebens um so gefährdeter ist, je we- Niger dieser Geist in der Gesammthett, die das Haus umgiebt, eine Stätte findet, je mehr der Geist der Gesammthett mit dem Geiste des Hauses in Widerspruch steht. Nicht Jeder hat die Kraft seine Söhne und Töchter für den Geist seiner Erziehung also zu ge- Winnen und zu begeistern, daß auch wenn die ganze Welt diesem Geiste hohnlache, seine Kinder leben und sterben würden in diesem Geiste. Nur einem Abraham mag es gelingen, in Widerspruch mit einer ganzen Welt, ״seine Söhne und sein Haus" also für den Weg Gottes zu gewinnen, daß sie auch ״ ,אחריוnach ihm", wenn er längst zu seinen Vätern heimgegangen, diesen Weg Gottes im Widerspruch mit ihrer ganzen Welt, fortwandeln wie es der Vater gelehrt. Und auch dem Abraham ist es vielleicht nur darum, jedenfalls aber vorzüglich darum gelungen, weil von vorn herein sein Auge nicht auf sein Haus beschränkt geblieben, sondern, wo er sein Zelt aufschlug, er da auch den Altar baute und die ganze Welt zu seinem Gotte und zur Nachfolge seines Gott geweihten Lebens berief, weil er somit den Muth hatte Protest einzulegen gegen den Wahn und die Verirrungen seiner Umgebung, damit aber ״seinen Söhnen und seinem zu seiner Nachfolge berufenen Hause" den gefährlichsten Wahn vernichtete, als gäbe es verschiedene Wahrheiten, eine abrahamitische und eine nichtabrahamitifchc Wahrheit, deren Wahl etwa den subjektiven Ermessen, Sympathien und Antipathien anheimgegeben wäre und zwischen denen sich jederzeit auch sein Haus und seine Söhne entscheiden könnten — Und wir wollten nicht sehen, wie wenig wir für die Vererbung des jüdischen Geistes und jüdischen Lebens auf ״unsere Söhne und unser Haus" nach uns gethan wenn wir freilich unser Haus jüdisch geführt, unsere Kinder jüdisch erzogen, allein mit voller Gemüthsruhe die Häuser unserer Umgebüng, doch auch Juden, doch auch gleich uns für die jüdische Bestim-