Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1863)
- Article
- Siwan
- Date
- 1863-06-01
- Page
- 395 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Die jüdische Welt. d. Israels Wirklichlett. 395 Jahre beraubt; hatte geglaubt, nicht werde ich Gott in seiner sichtbaren Machtoffenbarungerschauen, Gott im Lande der Lebendigen, soll nicht wieder anfgerichtete^) Menschen schauen neben Bewohnern der Vergänglichkeit. Meine Zeit war mir bereits entrückt und entfernt' wie das Zelt^) meines Hirten; wie ber6) Weber meines Lebens hatte ich mir es bereits völlig abgerundet, aus tiefster Entschöpfung werde Er mich wieder zur Heiles-Vollendung führeu; allein nur von Tag zu Nacht lassest du mich noch vollenden. Darum wimmere ich dem gefangenen Kranich gleich, klage wie eine Taube, zur Hohe schmachten meine Augen, Gott, entziehe^) mir Alles, aber bürge mir für mich! — 3 ־״־ *יתד שאת. Dies ist überall die Bedeutung dieses Gottesnamens. — 4. אדת im Gegensatz zu ^יושבו ךןך, der Mensch in seiner reinen Stellung zu Gott und Welt, siehe Ieschurun 1862 XII., hier: durch die Ln dem Falle des Sanheribs gegebene Gottoffcnbarung wieder zu diesem reinen Bewußtsein erwachte Menschen. — 5. אך,י* ך־ו^ו scheint das,'ביח ך zu bedeuten. 'בית ך scheint CHLskija dasjenige Moment gewesen zu sein, in welchem sich ihm seine Beziehungen zu Gott concentrirten. Im '-בית ן sucht er wiederholt sich bei der von Sanherib gebrachten Bedrängniß vor Gott zu sammeln und seine Hülfe zu erflehen, Ziel seiner Genesung ist ihm ins 'בית ד zu gehen, und Gegenstand seiner Lieder ist ihm das '-בית ן. War ja auch die hervorragendste, die Gottessache rettende That seines Lebens die Wiederherstellung des 'בית ך. Was ihm aber das Gottes-Haus gewesen, das sagt uns hier das אתל רןן{י, es war ihm das ״Zelt seines Hirten", dort erfloß ihm die Leitung seiner Geschicke und die Führung seines Wandels auf Erden. Dies war ihm bereits entrückt, sein Wandel auf Erden war ihm ja zu Ende und so glaubte er schon hier auf Erden nicht weiter einer Führung und Leitung theilhastig zu sein, seine irdischen Beziehungen zu Gott gingen ihm mit seiner irdischen Wallfahrt zu Ende und ebenso seine Beziehungen zu seiner ״Zeit", zu seinen Volksgenossen, für die er gelebt. — 6. Vergleichen wir Hiob 7!׳- ,ימי קלו מני ארג ויכלו באפם חקוךmeine Tage liefen rasch ab vom Gewebe und hörten auf weil der Faden zu Ende war", so liegt es nicht fern hier Gott als den Weber seines Lebens bezeichnet zu sehen, ,אורג ist Partie, praes. קפך einerseits קפדה Ezech. 7, 28, anderseits der Ausdruck מקפיד im rabbintschen Sprachgebrauch scheint die Bedeutung: präcisiren, genau abgränzcn, abschließen zu rechtfertigen. Wie Gott, würde es somit heißen, der mein Lebenwebt, hatte ich mir dasselbe in seinem vollendeten Abschluß dahin vorgestellt, cs würde mein Leben nicht zu Ende gehen, ohne daß Gott mich aus der tiefsten Erniedrigung wieder zur Hcilesvollendnng — MH wie 'יבצ;ן ך ÄesaiaS 10, 12, ידיו תבצענה Secharja 4, 9. — gesührt haben werde. Und er war zu solcher Erwartung berechtigt, da über ihn schon vor seiner Geburt ein solches Höheziel sei-