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Jeschurun · 1863-05-01 · Heft 8 (Mai 1863) · p. 358

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 8 (Mai 1863)
Article
Pädagogische Plaudereien
Date
1863-05-01
Page
358 (sequence 4)
Language
German
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35S MdaMische Plaudcrrken. erziehen ünabweislich die Kunst voraussetzt, in ihnen die reinste Freuds an geistiger Beschäftigung und geistigen Errungenschaften zu wecken. das Kind für Erkenntnis der Gotteslehre zu erziehen, lautet der erste Wunsch und das erste Gelöbnis des Mischen Vaters für jeden ihm von Gott geschenkten Sohn, und eben dieses jüdische Wtssen kann nur auf dem Boden der reinsten Empfänglichkeit fürs Geistige gepflegt werden. ׳ Für alles andere Wissen, oder doch für das meiste desselben, tritt schon das Leben mit seinen praktischen Anforderungen ein und — wir sprechen es unverholen aus — leider wird diese praktische Seite des Wssenszwecks nur allzusehr ausgebeutet um Lust und Liebe zum Wissen bet unserer Jugend zu wecken. Der Wurf unserer Zeit ist ein so materieller, die materiellen Zwecke sind so in den Vordergrund gedrängt, daß selbst das geistigste Wissen, der Ruhm und Stolz des Jahrhunderts, die Naturwissenschaften, von der Er- Wägung ihres Nutzens für die praktischen Zwecke des Lebens stch den Empfehlungsbrief erbetteln muß. ״Was mußt du nicht Alles wissen um im Leben fortzukommeu als Kaufmann, als Handwerker, als Künstler, als Gelehrter! Was du auch einmal werden wirst, für jeden Beruf sind die Anforderungen des Wissens so unendlich gesteigert, daß du des angestrengtesten Fleißes und des möglichst reichen Wissens und Könnens bedarfst um auch nur in einer Richtung einst dein Fortkommen zu finden." So, oder ähnlich so lautet das Wort der Ermunterung zum Fleiß e an Kinder, Knaben, und Jünglinge, und vergißt, daß, indem man schon das Morgenroth und die Frühlingszeit des Menschendaseins mit dem ganzen Schmelz ihres geistigen Aufblühens in das Joch und für das Joch der, materiellen, wie man euphemistisch spricht, der praktischen Lebenszwecke gefangen nimmt, man von vorn herein das Geistigste im Menschen knickt, statt für die Weisheit ihn für jene Klugheit rüstet, die Alles nach dem Interesse schätzt und die auch nur das Geistige als das höchste schätzt, das die höchsten Dividenden, des Gewinnstes verspricht. Für die reine Wissensfreude, die ihren Gewinnst in die Erkenntnis selbst setzt, ist ein mit solcher Lebcnsanschauung großgefüttertes Geschlecht verloren. > Wie hoch, wie unendlich hoch steht dem gegenüber der Geist der Wissenschaftlichkeit, der bis zu der allerneusten Zeit, man kann

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