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Jeschurun · 1863-05-01 · Heft 8 (Mai 1863) · p. 357

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 8 (Mai 1863)
Article
Pädagogische Plaudereien
Date
1863-05-01
Page
357 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Pädagogische Plaudereien. 3 57 schaft und Weisheit schätzen.!Es mögen unsere Kinder aus unseren Reden und Thun die Hochachtung lernen, welche geistigen Errungenschäften und Besitzthümern der Menschen gebührt, und sie werden selbst nach einem Antheil an diesen Gütern lüstern werden, und ihre Seele wird!sich begierig nicht den kleinsten Splitter, den sie gewinuen kann, erckgehen lassen. Sorgen wir dafür, daß die Atmosphäre, in welcher unsere Kinder bei uns athmen, hinreichend geistige Elemente in sich halte, so wird das Geistige den Geist wecken und nähreu, die Werthschätzung des Geistigen und die Lust am Geistigen Wird sich sodann!von selbst in unsern Kindern erzeugen. Gelten in .einem Hause nur materielle Zwecke, dreht sich das Reden und Thun nur um Besitz und Genuß der Dinge, nicht aber auch um Einsicht in die Dinge, in ihre Beschaffenheit an sich, in ihre Beziehungen zu einander, in ihre Beziehungen zu uns, vor allem in unser Verhalten zu ihnen und zu einander, kurz, bildet Besitz und Genuß den!ganzen Stoff des Lebens und Redens im Hause, werden Menschen nur nach ihrem Besitze geschätzt und nach ihren Genüssen glücklich gepriesen, so wird das die ungeeignetste Lebensatmosphäre sein, bet unsern Kindern Werthschätzung des Geistigen und Lust zum Erwerbe desselben zu wecken. In bessern Naturen kann höchstens der!Ekel -vor dem nackten, rohen, ungemilderten Materialismus des Lebens eben reagirend gerade eine um so stärkere Sehnsucht und Hingebung an Geistiges wecken. Allein dann wäre durch uns nur wider unsern Willen die geistige Entwickelung unserer Kinder angebahnt und die leiseste geistige Anregung wäre nicht unser Werk, wäre Vielmehr nur ein Triumph des göttlichen Hauches in unsrer Kinder Brust, der trotz unser seine Sehnsucht nach Oben, woher er!stammt, nicht verleugnet. Diese Wtßbegierde und Lernfreude in den jungen Menschen- Ändern zu wecken ist fteiltch nicht blos Aufgabe jüdischer Eltern. So gewiß nur der Geist den Menschen zum Menschen macht, so gewiß werden Eltern, die ihre Kinder zu Menschen erziehen wollen, die Wege der geistigen Anlage ihrer Kinder, und somit zunächst das Wecken der Lust und Freude am Geistigen in erster Linie zu ihren Eltern-Obltegenh eiten zählen. Allein in bet weitem höherm Grade tritt diese Ausgabe an jüdifche Eltern heran, deren Bestimmung ihre Kinder zu Juden zu 2s

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