Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Nissan
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 304 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932927-2947796--08168-2947843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einleitung zum Zesaia«. Zessins und seine Welt. 304 ״könnten eure Züchtigungen nur noch stärker werden; denn Berber- ״ben, und zwar beschleunigtes Verderben habe ich von dem Herrn ״Gott צבאו׳ über die ganze Erde vernommen! —" Durch das Verderbillß der Großen war aber die ganze sittlich« Lebensanschanung des Volkes eine verkehrte geworden. .Es liegt nun einmal in der menschlichen Natur, sich den Ueberlegenen unterzuordnen und auf deren Lebenswandel als mustergiltig hinzuschauen, die durch Reichthum eine höhere sociale Stellung einnehme» und eben durch diese Stellung und ihren großer» Besitz in ungehinderter und umfaffenderer Weise im Stande sind, das Ideal eines Menschenlebens zu verwirklichen. Wäre, so urtheilt, und wohl nicht mit Unrecht, von je die Menge, wäre Sittlichkeit und selbstsuchtlose, wohlthuende Menschlichkeit in der That das Höheziel der menschlichen Bestimmung, so müßte dieseAufgabe in immer größerer Reinheit und immer umfassenderem Maße verwirklicht erscheinen, je höher hinauf man in die höhern Schichten der Gesellschaft blickt. Je wohlhabender un? unabhängiger ein Mensch gestellt ist, um so mehr kann ja dem Geistigen und Sittlichen in ihm die veredelnde Pflege geworden sein, um so geringer sind ja dann auch die Versuchungen zu Gemeinem und Schlechtem, umso leichter die Befriedigung aller Wünsche im reinen und sittlichen Wege, um so weniger ist die Veranlassung nur an sich selbst, an die eigene Versorgung und Erhaltung zu denken, um so umfassender Mittel und Gelegenheit ״Gutes" zu thun, und um so freier der Mensch, ungehindert auf dem Wege der Sittlichkeit zu wandeln und alle Macht und allen Einfluß, die seine Stellung ihm . bietet, nur der Förderung des Rechtes und des Heiles seiner Mitmenschen zu Gute kommen zu lassen. Um so mehr müßten die ״Edeln", die ״Großen", die נריבי העב, das sein, was unsere Sprache als ihre Bestimmung nennt, נדיבים, überströmend von Wohl-Wollen und Wohl-Thun für das Heil ihrer Volksgenosscn! (נרב lautverwandt mit נטף, das aus den! Innern Quillend!(.׳ ״Würde," heißt es darum Kap. 32, ״würde ein König nur für das ״Recht regieren und dafür, daß auch seine Großen nur für Ver- ״wirklichung des Rechts walteten, so würde jeder Mann wie eine ״Sturmeshülle, wie ein Wogenschutz sein, wie Wasserguelleii in der ״Oede, wie Schallen eines schweren Felsens in güllhermattendem