Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Nissan
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 295 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. DK jüdische Welt. b. Israels Wirklichkeit. 295 chen Entfaltung nur so lange da, als dieses Staatsleben sich nicht als Selbstzweck begreift, sondern nichts Anders sein will als eine vollendete Verwirklichung der von Gott gegebenen Bestimmung, und dieses Staatsleben selbst gelingt Israel so lange nur, als eben nur die göttlichen Normen in ihm die höchste Macht und die alletnige Herrschaft bedeuten. Wie Israel von seinem Gesetze abfällt, versagt sich ihm das ״Wasser" und gelingt ihm nicht das ״Brod". Es nützen ihm nichts die Stützen nach Außen: גבור ואיש מלחמה, nichts die Stützen der Staatsleitung, die wahren und falschen Organe des Rechts: שופט, des Gottes-Willens: נביא, des Natur-Willens: קוטם, der Erfahrung: זקן j nichts die Stützen der bürgerlichen Gesellschaft, das Amt und das Ansehen: שר המשים ונשיא פטם, . «fäits die Stützen des Privatlebens, die Meisterschaft i!r socialer Einsicht; יו;(<ן, in industrieller Kunst: הכם וחרשים und in naturbewältigender Wissenschaft: גבון לחש. Wir haben da alle die Hegel eines entwikfetten Volkslebens. Wir sehen da Heidnisches und Jüdisches gemischt, es figurirt קוסם und גבוי לחש neben שופט und נביא. Man hielt eben dafür Allem Rechnung tragen zu müssen. Gott hörte aus die Macht schlechthin, sein Wille das Gesetz ohne weiteres zu sein; Gott und das Göttliche, die Religion) wie wir heutzutage sprechen, ward ״auch" eine Macht, ״auch" eine in gewisser Berechtigung zu berücksichtigende Influenz; neben der Religion forderte die Wissenschaft ihr Recht, dem נביא trat der קטם ebenbürtig zur Seite und im individuellen Leben durfte der גבון לחש, der praktische Physikus nicht fehlen. Alle diese zum Aufbau eines Staats- und Volkslebens concurrirenden Mächte werden zu Schanden, sie tragen das Moment ihrer Nichtigkeit in sich, sie werden zu einander sich aufhebenden Gegensätzen in dem Augenblick, in welchem sie mehr sein wollen als in Ausführung des Gottesgesetzes dienende Potenzen, in welchem sie sich an die Stelle des Gottesgesetzes setzen, in welchem sie das Staats- und Volksleben so lange als möglich nnd so weit als möglich selbstständig ausbauen wollen, und Gott und das Göttliche nur zur subsidiarischen Aushülse da gebrauchen, wo alles andere Wissen und Können nicht ausreicht und kante misux in dem Gefühle seiner Unzulänglichkeit über sich hinaus zu Gott und dem Göttlichen seine Zuflucht nimmt. Ausf^gangs- und Endpunkt wird ihnen dann irgend ein transcendentcs göttliches Moment; allein die volle Mitte, die conkrete Wirklichkeit