Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Die Juden in der europäischen Türkei und den angrenzenden Ländern
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 225 (sequence 5)
- Language
- German
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225 | und den angrenzenden Ländern. * wahnen, die durch ihre Munificenz und Bemühungen die neue Schule; kräftig unterstützt, den kommunalen Fortschritt im allgemeinen de- ] günstigt und allen Institutionen die mächtigste Unterstützung angei deihen läßt. ß Auch im jetzigen Griechenland bestanden, solange sein Gebiet; unter türkischer Herrschaft war, besonders auf den Inseln mehrere; Gemeinden, sie gingen jedoch während des Befreiungskrieges beinahe j alle durch die Hände der Insurgenten zu Grunde. Die gegenwärtige! Constitution von Griechenland bietet indessen den Juden kein Hin- - derniß dar noch hält sie ihnen irgend ein bürgerliches Recht vor. i Unter Protektion des Halbmonds fanden die Juden auch ihren Weg nach Serbien und den Donaufürstenthnmer, die früher form-!s liche Provinzen der Pforte waren und jetzt fast von ihr getrennt sind- In Serbien wohnten die Juden, fast alle Sephardim, früher E nur in Belgrad. Sie erhielten jedoch von Mtlosch, dem Vater des gegenwärtigen Fürsten, bedeutende Freiheiten und die Erlaubniß sich im Innern des Landes nieder zu lassen, wovon sie auch Gebrauch gemacht habe», obgleich die Regierung des gegenwärtigen fj Fürsten einmal daran dachte sie dieses eingeräumten Rechtes zu be- :1 rauben. Ihre Anzahl ist nicht groß und ihre Eigenthümlichkeiten j gleichen in jeder Beziehung denen ihrer türkischen Brüder. Viel zahlp reicher sind die Juden in den Donau-Fürstenthümer, besonders in 8 der Moldau, wohin Tausende von polnischen Juden aus den anf grenzenden russischen und österreichischen Provinzen eingewandert, 8 Das Loos dieser Juden war vergleichungswcise ein glückliches, so 8 lange die Pforte ihre alleinige Herrscherin war. Allein sobald Ruß- 8 land mit ihr das Protektorat zu theilen anfing, veränderte sich die 8 Lage der 40 bis 50,000 Juden, welche das Land bewohnen, zum 4 Schlimmer», Russische Sitten, russische Ansichten und russisele Ing toleranz wurden vorherrschend. Jedes Jahr brachte irgend eine neue | Beschränkung bis cs nicht länger der Mühe werth erschien aus rusi fisch er Despotie zu moldau'scher Barbarei zu flüchten. Die fephards schen und polnischen Juden bilden hier zwei getrennte Gemeinden ■ wie überall, die ersten tragen die Züge ihrer morgenländischen Brü-! der, die wir bereits zu schildern versucht; die letzter» ähneln den E nordischen Juden. Der Pariser Frieden, welcher die Unabhängigkeit der Donau-