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Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Die Juden in der europäischen Türkei und den angrenzenden Ländern
Date
1863-02-01
Page
224 (sequence 4)
Language
German
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Die Juden in der europäischen Türket 224 die Vereinigung der bürgerlichen und religiösen Macht in einer und derselben Verwaltung keineswegs geistigem Fortschritte günstig. Im Gefolge mannichfach zusammenwirkender Umstände kam es dahindaß wir jetzt im türkische Reiche einer von Armuth überwältigendcn Generation begegnenfern von jeder produktiven gcistigen Thätigkeit und zufrieden, mir allen althergebrachten Gewöhnungen, in welchen sie ihre Glückseligkeit sucht und findet, gleichgültig gegen alle Fortschritte des Abendlandes, ja dieselben nach den gemachten Erfahrungen als Wege scheuend, die gleichzeitig zu den religiösen Rückschritten des Abendlandes führen konnte. Selbst die einst berühmte Rabbinerschule zu Salonika besteht nicht mehr. In dieser Lage fand die Regierung des milden und wohlwollende Abdul-Medjid die Juden. Mit ihm beginnt eine neue Aera für die Juden. Er gewährte ihnen freiwillige alle die Rechte, welche der Krimkrieg seinen christlichen Unterthanen gewährleistet hatte. — Aber schon lange zuvor hatte der Sultan seine religiöse Toleranz durch die Bereitwilligkeit bewie!en, mit welcher er den Beschwerden seiner jüdischen Unterthanen abhals und durch die Leichtigkeit, mit welcher er jüdischen Studenten die Aufnahme in das von ihm gegründete mcdictnische Collegium gestattete. Es war von Abdul Medjid, daß Sir Moses Montesiore einen Ferman erwirkte, der alle Blutanklagen gegen die Juden verbot, und wiederum war es Abdul Medjid der die Juden für wählbar zu öffentlichen Aemtern erklärte, den Oberrabbincr von Constantinopel zum Oberbcamten ernannte, und ihm den Titel Ehacham Baschi gab. Von seiner Regierung an also datiren die wenn auch .schwachen Anzeichen fortschreitender Entwicklung, die hervvrtreten. Die von Herrn Albert Cohn aus Paris, gegründete Schule wurde in eine Gemetndeschule verwandelt, und nachdem sie mit vielen Schwierigkeiten gekämpft, vor kurzem wieder neu organistrt und unter sehr günstigen Verhältnissen wieder eröffnet. Der Geist europäischer Bildung, meint I. Ehr., Würde nicht verfehlen, manches besser zu gestalten, was die eigenthümlicheii Verhältnisse des Orients nicht zur vollen Blüthe gelangen lassen. Freilich sind die errichteten Institutionen noch von zu kurzer Dauer um schon sehr bemerkenswerthen Erfolg zu zeigen, und erst dse Zeit könne die Früchte reifen die man jetzt emporblühen sehe. Vor allem sei die Familie Comando in Constantinopel zu er-

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