Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Die Juden in der europäischen Türkei und den angrenzenden Ländern
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 226 (sequence 6)
- Language
- German
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226 - Die Juden in der europ. Türkei und den angrenzenden Landern. fürstenthümcr nicht sicherstellte, hat bis jetzt wenig Veränderung in der Lage der Juden hervorgebracht. Die vor zwei Jahren von beut Pöbel zu Galatz gegen die Juden verübten Excesse und die von den Behörden gegen diese Excesse bewiesene Gleichgültigkeit, ebenso das jüngste durch die Vermittelung Englands und Frankreichs suspeudirte Dekret, welches die Juden der Walachei mit Vertreibung aus den Landgemeinden bedrohte, zeigen, wie tief noch religiöse Intoleranz in den Gemüthern der höhern Classen wurzelt. Würde die Regierung nur den Wunsch äußern, daß sie die Fortschritte der Juden gerne sehe und ihre Bemühungen in dieser Richtung lohnend aner-- kennen würde, es würde die auch dort schlummernde Energie erleuchtetcr Glaubensgenossen mit einem Male in Thätigkeit geweckt werden. Wenn die Juden polnischen Ursprungs bis jetzt auch nicht ihre eigenthümliche Kleidung abgelegt, und Schulen für Verbreitung bürgerlicher Kenntnisse noch nicht in jeder Gemeinde errichtet sind, so ist das ebenso wohl Schuld der Regierung als der Juden. In Laudcrn, in welcher die Initiation für jedes Unternehmen von der Negierung erwartet wird, muß der erste Anstoß von den Behörden ausgehen. Ein solcher Anstoß wurde vor einigen Jahren von dem damaligenMinister des öffentlichen Unterrichts gegeben. Neues Leben begann in den Adern derjüdischen Gemeinde zu pulstren. Eine Schule nach großem Maßstabe wurde in Bucharest errichtet. Allein das Ministerium mußte weichen, und seitdem ist die jüdische Gemei1-.de im geistigen Schlummer geblieben, obgleich es nicht an indivtduellern Eifer und Einsicht fehlt, und obgleich die Absichten des regterenden Fürsten Couza die wohlwollendsten sind«