Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Schewat
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 212 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932925-2947605--08018-2947676- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
212 Schewat. fette Opfer neben dem willfährig aufgenommen, und damit von vorn herein die Grundwahrheit, daß über den Werth des Opfers nicht das Opfer, sondern die Gesinnung des Darbringenden entscheide? Zeigt nicht ebenso derselbe Moses gleich am ersten Weihetage des. ersten jüdischen Heiltgthums die Leichen zweier edeln, an ihrem Opfer und mit ihrem Opfer gefallenen Priesterjünglinge? War dieser Tod der Priester nicht der Gipfel der Tempelheiligung, weil er die ewige Warnung an alle künftigen Opferet hinausrief, daß Willkür und Dünkel der Tod des Opfers, und nur der Tod des in Willkür und Dünkel Opfernden die Heiligkeitsrettung des Heiltgthums sei? Ist das nicht wiederum nur dieselbe Wahrheit, die später nächst Moses der erste Prophet dem ersten jüdischen Könige, die Samuel dem Saul zu wiederholen Hatte: ״hat Gott Wohlgefallen an Ganz- und Mehlopsern wie am Horchen auf die Stimme Gottes, stehe, Gehorsam ist besser als Opfer, Aufmerken besser als Fett der Widder"? Und ist dies endlich nicht dieselbe Wahrheit, die sofort bet der Gründüng des ersten prächtigen jüdischen Tempels an den Erbauer desselben ausgesprochen, und nach dessen pomphafter und schwungreicher Einweihung wiederholt wurde? Salomo baute an dem Tempel, ״da ward das Wort Gottes an ihn also: dieses Haus, das du bauest — wohl! Wenn du in meinen Gesetzen wandeln, meine Rechtsvorschristen ausüben und alle meine Gebote gewissenhaft erfüllen wirst, so werde ich mein deinem Vater David ausgesprochenes Wort mit dir aufrecht halten, werde in Israels Mitte wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen!" Und da nun der Tempel vollendet, mit einer Rede׳ eingeweiht war, die als das ewige Muster aller künftigen Tempelwethreden dasteht und überdies zwetundzwanztgtausend Stiere und hundertundzwanzigtausend Schafe zum Etnweihungsopser dargebracht waren, also, daß der Altar zu klein gewesen und ein größerer Raum noch zur Opferstätte hinzugefügt werden musste, da erschien Gott dem Salomo zum zweitenmale und sprach zu ihm: dein Gebet und dein Flehen habe ich vernommen, tch habe das Haus geheiligt, das du erbaut damit dort mein Name eine ewige Stätte habe; es wird auch mein Auge und mein Herz dort alle-Zetten sein. Du aber, wenn du vor mir wie dein Vater David in Aufrichtigkeit und Redlichkeit wandeln willst, ganz so wie ich dir geboten zu hn-a