Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Schewat
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 205 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JesaiaS und seine Welt. V_. 205 Säfte zersetzende Geschwüre — und obgleich die Heilung noch möglich, kümmert sich Keiner um die Heilung, das Fremdartige wird nicht ausgeschieden, das Klaffende nicht verbunden, das Harte nicht erweicht — und auch politisch, nach Außen, ist der Gottes-Schutz gewichen:) ״euer Land verödet, eure Städte gehen in Feuer auf, in eurer Gegenwart zehren Fremde von eurem Acker und das Land ist schon öde, als hätten es schon die Fremde verwüstet!" ״Und es bleibt nur die Zions-Tochter übrig wie eine Hütte im Weinberg; wie eine Nachtherberge im Kürbisseld, ist sie wie eine belagerte Stadt!" (In dieser allgemeinen innern Zerrütterung und diesem äußern Verfall wäre nur Eins noch übrig, von dem aus Heilung und Rettung möglich, und das ist das Heiligthum auf Moria-Zion, in den Worten des Propheten gerne die Tochter Zion im Gegensatz zur Tochter Jerusalem genannt, welches Letztere den bürgerlichen Staat repräsentirt. Dieses Heiligthum zu Zion war bestimmt die ״Hütte" im Weinberge des 'ד' צבאו zu sein; Schutz sollte es dem Weinberg bringen. Und es sollte die ״Nachthütte" sein im Kürbisfelde; in ihm sollten die entkräfteten, abgemüdeten Arbeiter neue Kraft und Stärkung, neuen Muth und Eifer für die Arbeiten in dem Gottesfelde immer auf's Neue gewinnen. ,סוכר und מלונה, Schutz und Kraft sollte von der Zionshöhe dem Volkesleben werden, Quelle der Er- Haltung und der neubelebenden Kraft sollte das Heiltgthum sein, in ihm sollte das ganze Volksleben den erhaltenden Mittelpunkt und den Born der Belebung finden — und siehe es ist כעיר ■.נצורה, wie eine belagerte Stadt! Statt seine Seele in ihm zu finden, erblickt das Volksleben nur einen feindlichen Gegensatz in ihm; statt sich von ihm beherrschen zu lassen und seinem Einfluß alle Thore, alle Räume, alle Beziehungen und Verhältnisse zu öffnen, damit unter seiner Aegide sich Alles erhalten und unter seinem Strahle sich Alles belebe und entfalte, fürchtet man seinen Einfluß, grän-zt das Gebiet des Heiligthums ängstlich auf dessen vier Mauern ab und bewacht es eifersüchtig, daß es seine Schranken nicht überschreite! Das Volksleben schaart sich nicht um das Heiligthum wie das Heer um seinen Führer, das Volksleben umschließt es n ie das FetndeSheer eine belagerte Stadt, macht den Tempel zum Kerker des Gesetzes und das Heiligthum zur Banlinie der Herrschaft des allheiltgen Gottes! Es ist dies derselbe klägliche Zustand, den Jecheskeel so scharf mit