Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Schewat
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 202 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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mit vereinten Kräften das sittlich Gute in einem Maße zur Verwirklichung zu bringen, das dem Einzelnen in seiner vereinzelten Schwäche nie möglich, treten die jüdischen Einzelnen zu einer, wie das Wort der Weisen sich ausdrückt, nie sterbenden und nie vcrarmenden — אין צבור סח ואין' צביר עני — Gesammtheit zusammen, die daher für eine Unterlassung oder Ucbertretung des sittlich Guten n i e in äußern Umständen — wie das Privatleben — eine Endschuldtgung finden kann, und für welche daher das Sittcngesctz eine Absolutheit gewinnt, die dessen Geltung für das Privatleben noch bei weitem überragt; und gerade als נוי, als Gesammtheit, war der jüdische Staat וזוטא, leichtsinnig, Gesetz und Recht nichtachtend geworden. Hier rächte sich der Mangel des jüdischen Bewußtseins am Ersten. Denn zum reinen jüdischen Staatleben bilden die Grundsätze der übrigen Staaten einen noch entschiedenern Gegensatz als das nichtjüdische Privatleben zum jüdischen, und nur durch die lebendigste, bewußtvollste Erkenntniß dieses Gegensatzes kann sich das jüdische Element vor Trübung durch allerwärts entgegcnstehendcs Beispiel der nichtjüdischcn Welt retten. Dort ist das Gesetz für den Staat, hier soll der Staat für das Gesetz sein, soll der Staat mit allen seinen Elementen und Trägern sich dem in absoluter Heiligkeit über ihm stehenden Gesetze unterordnen — was Wunder, daß, wo der innere Sinn, wo der Geist fehlt, das verführerische Beispiel der Willkür und Machtherrlichkeit zur laxen Theorie und zur noch laxer» Praxis hinüberlenkt! נוי וזוטא, der Staat war leichtsinnig und עט) ,עט, mit!), die Gesellschaft, das innere Volksleben, das Leben des Einzelnen mit dem Einzelnen, diese jüdische Gesellschaft, worin jeder in dem Andern, רעהו (von רעה, weiden) seine ״Weide" finden und sich ihm als ״Weide" darbteten soll, in welchem Jeder das Aufblühen des Andern nicht als Hindcrniß, sondern vielmehr als Bedingung und Förderung des eigenen Glückes erkennen, und sich und alles Seinige zur Forderung dieser Blüthe und des Gedeihens des Andern darbieten soll; worin Jeder den Andern als לעסחו) עמיתו, gegenüber!) als den ihm völlig Gleichgestellten, Gleichberechtigten zu achten und seiner Persönlichkeit und seinem Rechte die völlig gleiche Unverletzlichkeit zuzuerkenucn hat; worin Jeder endlich in dem Ändern אחיו, feinen Bruder, die durch n׳chts zu verscherzende Verwandtschaft in Gott