Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1863)
- Article
- Schewat
- Date
- 1863-02-01
- Page
- 199 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ZesalaS und feine Welt. V. 199 Gelage, aber das Wirken Gottes schauen sie nicht und haben seiner Hände Werk nimmer gesehen. Darum geht mein Volk in's Exil weil ihm Erkenntniß mangelt und seine Herrlichkeit verfällt dem Hunger und seine Menge durchglüht der Durst. — Die (7 ,27 ״ f.) zwischen den geschichtlichen Kalastrophen der andern Nationen und Israels gezogene Parallele schließt gegen das Ende mit dem Satze: Während Israels Frucht welk wird brechen jene zusammen wie Weiber; die kommenden Ereignisse erleuchten es; denn nur weil es ein einsichtsloses Volk i c darum erbarmt sich sein sein Schöpfer nicht und schenkt ihm seine Bildner nicht Gnade. Als Gott Judcsis Schutz weghvb da schautest du, lautet (8 ,22 ״) der Vorwurf, zum Rüstzeug des Waldhauses hin, und weil ihr die vielen Brüche in der Davidstadt sehet sammeltet ihr die Wasser des untern Teichs, zähltet die Häuser Jerusalems und risset Häuser nieder um die Mauer zu flicken, machtet eine Wassersammlung zwischen den beiden Mauern und dem alten Teiche; allein auf Den, der dies Alles gestaltet, schautet ihr nicht hin und hattet Den nicht gesehen, der es von Ferne her schon bereitet. Da ruft dann Gott an jenem Tage zum Weinen und zur Klage, zur Glatze und zum Sackgurt, allein da ist Frölichkeit und Freude, Rinder würgen, Schafe schlachten, Fleischessen, Weintrinken, ״laßt uns essen, laßt uns trinken, denn morgen gehts ans Sterben!" Selbst die Priester und die geistigen Leiter des Volkes waren von dem allgemeinen Schwindel ergriffen, auch ihnen war das rechte Verständniß der jüdischen Pflichten und der Ereignisse entrückt, und bei der tiefsten Unwissenheit über das, was Israel vor Allem zu wissen nöthig ist, erfüllte Alle ein solcher Dünkel vorgeschrittener Geistes- ׳Reife, daß sie sich zu weise dünkten um noch höherer Belehrung zugänzlich zu sein. Auch sie,- heißt es 7 ,28 ״ versahen sich im Weine, und irrten im Rausche; Priester und Prophet versahen sich im Rausche, | waren mit vom Wein ergriffen, irrten herum vom Rausche, versa- :j hen sich an dem schauenden Einen und traten keck hinaus zum selbstf eigenen Urtheil. Denn alle Tische sind voller Unflath, stättelos. Wen | soll Er Erkenntniß lehre», wem Einsicht in Kunde geben? Sind ja | schon längst der Muttermilch entwöhnt! Sind ja schon längst der Mutterbrust entwachsen! Dünkt sie doch ein Gebot nur um des an- 4 dein willen da, eine Richtschnur nur um der andern willen, Geringfügiges hier, Geringfügiges dort! Denn mit höhuender Lippe und