Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 198

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Schewat
Date
1863-02-01
Page
198 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932919-2932925-2947605--08004-2947662
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

198 Schewat. י trn oder transcendenten indirekten- Ur-Sache auch seines Daseins zusammenhangen. Unmittelbar soll ihm Gott sein Herr und Meister, sein Schöpfer und Eigner sein. Jeder Hauch seines Daseins, jeder Schritt der ihn speeiell erziehenden Gotteswaltung soll ihn in die immer, größere Innigkeit mit seinem ״Eigner" also hinetnerziehen, daß jeder Pulsschlag, jede Ftberegung, jeder Empfindungszug und jeder Gedankenflug seines Wesens von selbst ihm zuwalle, wie selbst im reinen Thtere sich im Umgänge des ihm Pflege und Wartung zuwendenden Menschen diese persönlich Zuneigung und Anhänglichkeit entwickelt — rnup ירע שור — und der Stier seinen Herrn aus Anhänglichkeit folgt und dient; diese im lebendigen Umgange mit Gott naturgemäß sich erzeugende Innigkeit und Hingebring sollte die Basis des jüdischen Menschen- und Volker-Wesens werden; es sollte mindestens das Verständniß seines wahren ״Vortheils", jenes Verständniß bethätigen, das selbst in dem Lastthier zu Tage tritt, das, — חמור אמם בעליו — wenn U)1n auch die Fähigkeit für ein persönliches Band mit seinem Herrn abgeht, doch sehrwohl״die Krippe seines Herrn kennt" und weiß, in wessen Krippe es das Futter zu suchen hat, das cs mit der Arbeit erarbeitet; ״der Ochs kennt seinen Eigner, der Esel die Krippe seines Herrn, Israel kennt den Setnigen nicht, mein'Volk hat sich nicht begriffen." Die רעת, bie die Israel gewordene besondere Gottes-Erziehung ihm anerziehen, die;חמגו, die es auf dem Gipfel der von Gott angewiesenen Höhe-Siellung sich bewahren und bewähren sollte, dieses jüdische Bewußtsein, mit welchem Israel sich, Gott und Welt anschauen, und aus welchem heraus die ganze besondere Gestaltung seines Wesens und seines Lebens erwachsen sollte, es hatte Israel verloren, oder noch nimmer recht zu eigen gehabt, und mit dem Verluste oder dem Nichtbesitze dieser 'jüdischen רעת und תבוות hatte es' die Wurzel seiner Gegenwart und damit zugleich den geistigen Boden eingebüßt, aus welchem ihm noch eine bessere Zukunft erblühen konnte. Es war ihm damit wie das Verständniß seiner Pflichten, so auch das Verständniß der Ereignisse abhanden gekommen, durch welche Gott zu Menscheu und Völker spricht um sie auf die Bahn ihrer Pflichten zu lenken. Es ist daher auch dieser Mangel an Einsicht, ja dieser Mangel anallererster Richtung auf Das, dessen Erkenntniß vor Allem noth thut, dem Jesaias Klagen in erster Linie gelten: Wohl sind, heißt es (5 ״), Harfe und Zither, Pauke und Flöte und Wein ihre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.