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Jeschurun · 1863-01-01 · Heft 4 (Januar 1863) · p. 183

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 4 (Januar 1863)
Article
Aus der Judengasse
Date
1863-01-01
Page
183 (sequence 4)
Language
German
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Von S . . . ־183 ich's können toerb’ — cs war gar, zu fürchterlich •— Benjamin war schon da und es war schon morgen und grab wollt' man uns zur Ehuppe führen, — da führt' man ihn hinaus, aber ohne Musik, und viele viele Leut' liefen hinter ihm drein — aber man führte ihn nicht in den Schulhof wo die Ehuppe immer steht, sondern die ganze Gaff' hinauf, hinterm Berget wo die neue Schul soll gebaut werden — und da haben sie ihn auf 'nen Haufen Holz-gestellt — und seinen Kittel hat er angehabt--" ״Und das kann dich erschrecken? Denkst denn nicht, als wir neulich am Bergei vorüber gingen und davon sprachen, daß dein Benjamin so fein soll' lernen können, daß ich da sagt', wenn da die neue Schul' wird stehen, sollten sie den Benjamin zum Naw wählen: In der Nacht ist dir dies gewiß beigefallen, nnd hast dir gedacht er wird da vor so viel Leut' darflehen." Tirza lächelte/ ״wie du einein alles so schön kannst auslegen. Mutter lieb, — Aber nein, nein!" schrie sie entsetzt aus ״ich hab's ja gut gesehn, das sind lauter Goim gewesen, die um ihn gestanden sind, und vor Goim darschent man doch nicht— und die haben ihn alle angeschaut. So fürchterlich I — so fürchter- | lich! —11 Sie schlug die Hände vors Gesicht und stöhnte laut. — Mirjam sing an ernstlich besorgt zu werden. So hatte sie ihre Techter noch nie gesehen, doch sah sie ein, daß Vernunftgründe für's Erste hier nichts fruchten werden, und hielt Ruhe für das beste Heilmittel in dieser überreizten Gemüthsstimmung. Längerem Zureden gelang es endlich Tirza zu bewegen, sich wieder zu legen; denn der Traum, der sie schon in den ersten Stunden der Nacht beunruhigt, hatte ihr auch für die übrigen allen Schlaf geraubt, 1 und fühlte sie sich jetzt so erschöpft, daß sie sich kaum aufrecht zu halj ten vermochte. Die Mutter setzte sich zu ihr an's Bett, ״soll ich j dir nun auch meine Hand geben, wie wenn du als Kind nicht schlai fe» konntest?" Tirza nahm sie und drückte sie an die Lippen. Und; ohne ihres Traumes weiter zu erwähnen, begann nun die Mutter,! theils um ihrer Tochter trübe Gedanken zu zerstreuen, theils um! sie auf die nahe Ankunft ihrer Bräutigams vorzubereiten, sich in > Lobeserhebungen über diesen zu ergehen, die bald Erröthen, bald! Lächeln j״ zwar jetzt verweintes aber immer liebliches Ant-! litz lockten, und mit einem Lächeln auf den Lippen schlummerte sie |\ ein. Beruhigt verließ sie Mirjam, und als sie nach einer Stunde s י - ו: % ן I

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