Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Altjüdische Frömmigkeit
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 133 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Das Buch der Frommen. 138 t ־ ■ .... in der Familie heimisch bliebe; denn gewiß haben sie sich in ihren Vcrheirathungen nicht nach den Worten der Weisen gehalten und haben sich mit Familien verschwägert, die eben der Fortpflanzung der Thora keine Zukunft bieten, da nach den Worten eben dieser Weisen die meisten Sohne den Brüdern der Mütter gleichen. Eben das gilt auch von der Vererbung der Gottesfurcht und der Menschenfreundlichkeit. Der dreifach geschlungene Faden, heißt es, reißt sobald nicht. Und wenn du nun dennoch siehst, daß der Faden der Gottesfurcht und Menschenfreundlichkeit mit dem vierten Geschlechte reißt, so haben sie sich gewiß ungehörig mit Familien verschwägert, in welchen Gottesfurcht und Menschenliebe nicht heimisch ist. Darum bete Jeder für sich und seine Kinder und Enkel ׳ täglich zu Gott, daß er ihnen Ehen mit Gottesfurcht, Thora und Menschenfreundlichfeit bescheide; denn von diesen dreien ist es eben gesagt, daßder dreifach geschlungene Faden sobald nicht reiße. Die drei Worte: גמילות הסדים ,חורח ,יראת sind sich auch au Zahlenwerth der Buchfiaben gleich. 68 (158). - ״Gottesfurcht heißt: Böses Haffen; Stolz und Hochmuth, bösen Wandel und verderbtes Wort hasset Gott. Der Weisheit Ansang ist Gottesfurcht, nur der Heiligen Erkenntniß ist Einsicht. Gottesfurcht vermehrt die Tage, des Bösen Jahre kommen zu kurz. Zn seiner geschlossene Ganzheit geht wer Gott fürchtet, schwankend׳ im Wandel wer ihn verachtet. In der Gottesfurcht liegt Siegeszuver-- sicht und noch den Kindern ist er Schutz. Gottesfurcht ist des Lebens Quell, lehrt weichen von des Todes Schlingen. Besser Weniges in Gottesfurcht als reicher Schatz 'und Unruhe dabet. Gottesfurcht ist Erziehung zur Weisheit und der Ehre muß Bescheidenheit vorangehen. Mit Liebe und Treue sühnt man Sünde, aber in Gottesfurcht lernt man vom Bosen Lassen. Gottesfurcht führt zum-Leben, satt legt der sich nieder und wird von nichts Bösem heimge-- sucht. Der Demuth folgt Gottesfurcht, und dann auch Reichthum und Ehre und Leben. Laß dein Herz keine Sünder beneiden, nach Gottesfurcht geize den ganzen Tag. Sei nicht in eignen Augen klug, Gott fürchte und weiche vom Bösen. Fürchte Gott, mein Sohn, und den König und mische dich nicht mit den Veränderlichen. ״Lüge ist