Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 123 (sequence 9)
- Language
- German
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Aphorismen. II. ISS wie geschehen, diesem Bekenntnisse und seinen Zwecken zu entziehen, ja, zur feindseligsten Untergrabung, zum Umsturz dieses Bekennt- ״nisses und seiner Zwecke zu benutzen und verwende», ist — vor jedem göttlichen und menschlichen Rechtstribunal — die schreiendste Rcchtsusnrpation, das unverantwortlichste Sacrileginm, das noch je zwischen Himmel und Erde verübt worden. Dieses ihres unveräußerlichen und durch keine Gewalt verlierbaren Rechts sollten sich die gesetzestrcucn Juden der Gegenwart freilich überall bewußt bleiben, es aussprechen und zur Geltung bringen, wo, wie und wann immer sie können. Jedes in sich begründete Recht hat eine Zukunft, wenn es auch in der Gegenwart dem Unrecht und der Gewalt weichen muß. Allein nicht auf die Austragung dieses Processes, für welches es vielleicht noch auf Erden kein Forum gibt, haben sie zu warten, können sich für die Unterlafsung oder Verkümmerung ihrer gemeinheitlichen NID-Pflichteu nimmer mit der Gewalt entschuldigen, die ihnen geschehen und geschielst. Vielmehr, wollen sie sich als die ächten Erben jenes alten jüdischen, gesetzcstreuen Vermächtnisses erweisen und beweisen, wollen sie eben ihr Recht auf dessen Erbschaft thatsächlich begründen, so haben sie überall auf neuem Boden alte jüdische Gemcinwesen zu errichten, haben sie überall, und wären sie die winzigste Mtnorität, zu freiem Vereine auf dem Boden des alten Jndenthums und für dasselbe zusammen zu treten, und so viel oder wenig ihrer auch sein, mit vereinigten Kräften die Zwecke und Obliegenheiten dieses alten Jndenthums zu versorgen, zu pflegen und zu erfüllen. Auch die gesammt-jüdische Kehillath Jakob, deren ächte Tochter alle jüdischen Kehilloth sind, hat ja, ihres heimathltchen Bodens gewaltsam beraubt, damit nicht aufgehört ihre große Aufgabe, wenn auch durch die Gewalt der Umstände in verkürztem Maßstab, zu losen. Wohin sie kamen, wo sich nur einige Juden aus kaum zum Athmen vcrstatteten Boden zusammenfanden, da trugen sie die Bundeslade des göttlichen Gesetzes mit hin und gründeten ihm eine Stätte, um es vereinigt zu vererben. Es dlteb der königliche Mittelpunkt Zeschuruns, der überall große und kleine Kreise um sich versammelte und einte. Und darin lag die Unsterblichkeit der Judenheit und des Judenthums. Israel ist — wie schon der Blick der Weisen so sinnig