Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Zum jüdischen Gemeindeleben
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 121 (sequence 7)
- Language
- German
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Aphorismen. II. 121 feindlichen Anstalten zur Bildung und Erziehung übergeben und gar nicht einmal vor dem Gedanken erschrecken, wie tief sic sich mit alle dem an derחורה und ihren Kindern versündigen!!! Was sie thnn sollten? Alles, was sie nur können, und wahrltch, wenn sie nur wollten, sie vermöchten Viel! Würden sie nur in dem Zwange, der sie zur Betheiligung an solchen Gebahrungen und Anstalten nöthigt, in der Gewalt, die sie an Erfüllung ihrer heiligsten Pflichten hindert, den schreiendsten, gewaltthätigsten Gewissenszwang — wie es in Wahrheit ist — erkennen, schon die Enträstung, die sie fasste, würde ihnen die Kraft, den Eifer, den Muth und die opferfreudige Hingebung schaffen solche unnatürlichen Verhältnisse zu-brechen, und mitten in den wtderstrebendsten Umständen zu thun, was ihres Amtes ist. Ihres Amtes; denn jeder Jude ist ein Hohepriester der nun der Nation und seinen Kindern gegenüber. In unfern Tagen gilt es, sich als die שרירים zu bewähren אשר ד׳ קורא, seinen Beruf nicht von der Bestellung und Bestallung der Menschen zu erwarten, sondern in dem Gottes-Ruf zu erkennen, der für die heiligste der Sachen an Jeden ergeht. Was sie thnn sollten? Vor Allem Eins! Wo nur im Principe der alten jüdischen Gesetzestreue zusammen gehörende Juden in etnem Orte wohnen, da sollten diese frei und entschieden und offen für die gemeinschaftliche Erhaltung und Derwirklichung der חורה zusammen treten. Und wären es zehn, und wären es fünf und wären es zwei, sie sind die eigentliche Kehilla, von deren treuem Wirken Gott in dtesemOrte die Losung bet mu2־1־C1tfgafce erwartet. Es ist ja doch nur eine Täuschung, daß Bekenner und Nichtbekenner der unverbrüchlichen Verpflichtungskraft des Gesetzes Eine religiöse Gemeinschaft zusammen bilden, eine Gemeinschaft, die nur äußerlich besteht und nur durch äußere Gewalt zusammen gehalten werden kann. Wie Ja und Nein stehen sie sich ja einander gegenüber; Antiquirung oder ewige Normgilttgkeit des Gesetzes, dieses Entweder-Oder bildet eine Kluft zwischen ihnen, die sie prtncipiell tiefer von einander scheidet, als irgend zwei sonstige verschiedene Religionsbekenntnisse aus Erden. Wohl׳ bleiben auch die jüdischen Sohne des entschiedensten Abfalls, ihrer Bestimmung und durch Nichts abzuwerscnden Pflicht