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Jeschurun · 1862-12-01 · Heft 3 (Dezember 1862) · p. 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 3 (Dezember 1862)
Article
Zum jüdischen Gemeindeleben
Date
1862-12-01
Page
119 (sequence 5)
Language
German
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Aphorismen. II. 119 Feinde des GotteS-Gesetzes sehr wohl was sie thaten, sie wußten, daß n'iin-Lernen der jüdischen Jugend verkümmern den Baum des jüdischen Gesctzeslebens an seiner Wurzel vernichten heiße, und die Zukunft des Zudenthums gemordet sei, wenn die Jugend nichts ״lernt". Und wie ist ihnen dieses Zerstörnngswerk am Geiste des jüdischen Volkes gelungen! Ganze Provinzen kann man heutzutage im deutschen Vaterlande durchreisen, in denen die jüdische Jugend kaum mehr noch hebräisch zu lesen ׳versteht, in denen die jüdischen Schulen Alles nur nicht jüdisches Wissen und jüdisches Leben lehren, in denen die jüdischen Lehrer selbst dem jüdischen Wissen und dem jüdischen Leben völlig entfremdet, ja feindlich entgegenstehen, in welchen die Jugend, diese künftige Jakobsgemeine, in völliger Ünkenntniß ihrer Bestimmung und Obliegenheiten gehalten, ja priNciptell zur Verkennung und Verachtung dieser ihrer jüdischen Bestimmung und Pflicht herangebildet wird, in welchen dem Rabbiner officiell sogar jeder überwachende und leitende Einfluß auf den armselig verkümwerten Rest von Religionsunterricht versagt ist, und der unjüdische Lehrer und der christliche Schulinspektor Alles erledigen. Wohl hat es in andern Gegenden seit deck letzten Decennium angefangen, in diesem alles Andere bedingenden Gebiete besser zu werden. Allein die meisten Strecken liegen noch brach, und überall ist noch Vieles zu thun. Es gilt vor Allem das Bewußtsein der Pflicht zu wecken und die sträfliche Gleichgültigkeit — nirgends strafbarer und verderblicher als dieser Aufgabe gegenüber und den wahrhaften Tod jedes bessern Beginnens — mit dem neuerwachten Pstichtbewußtsein zu besiegen. Wir klagen die nicht an, die in dem Untergänge des gesetzestreuen Judenthums das Heil der Judcnheit, somit in der Nichtvererbung des Gesetzes die Aufgabe jüdischer Gemeinden erblicken. Sie haben Recht den seit fünfzig Jahren mit so vielem Glücke betretenen Weg weiter zu verfolgen. Sie haben Recht, Männern, die am weitesten diesen Weg zurückzelegt haben, die am Entschiedensten und Offensten mit der jüdischen Gesctzestreue gebrochen haben, den Un-

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