Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 60 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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öo Der Grundirrthum, der die jesaianische Welt bcthörte, ist der Wahn, als habe der Mensch sich erst seinen Gott, als habe er erst sich die Stütze und den Träger seines Daseins und seiner Welt ,zu schaffen, als ginge nicht seine ganze Aufgabe darin auf, das empfangene Dasein, das gespendete Leben, die ihm verliehene Welt in dem Dienste und nach dem Willen deS Spenders und Meisters dieses Lebens und dieser Welt zu verbrauchen, als habe vielmehr der Mensch erst die Gottheit zu produciren, die die Welt und ihn tragen soll! Eine Absurdität, die ihren prägnantesten Ausdruck in jener jesaianischcn Schilderung gefunden: ״Da kniet Bel, da kauert Nebo, Fraß des Thiers und ״Vieh's sind ihre Götzen worden. Von euch Getragen« sol- ,len tragen! (werden belastet nwDp) Last dem Matten! ״Darum knien und kauern sie auch zusammen und können ״die Last nicht fortbringen, und sind selbst in die Gefan- ״genschast gewandert!" Ihr stülpt den Welt-Atlas auf die Schultern einer Puppe, die eure Hand geschaffen und trägt!! Und als Gegensatz: ״Hört auf mich Haus Jakob's und ganzer Rest des Hau- ״ses Israel! Ihr seid die Belasteten vom Mutterleibe an, ״ihr seid aber auch die Getragenen vom Mutterschoß! Nnb ״auch bis zum Alter bin Ich derselbe und bis ins Grei- ״senalter trage Zch. Ich habe geschaffen uud Ich trage, ״Ich trage euer Schwerstes und rette cs fort!" Nicht aber nur seine, zeitgenössische Welt sieht Jesaias in dieser Jagd nach Macht um sich die Stellung in der Gegenwart und das Ziel in der Zukunft zu sichern, und alle Wissenschaft und Kunst auf Gewinnung der Welt und ihrer Götter für dieses vermeintliche Ziel der Menschheit gerichtet, nicht nur seine zeitgenössische Welt sieht er in der Jnteresseu-Religion dieser Welt-Anschauung besangen; noch das letzte Geschlecht, wenn am Ziel der Tage die Völker endlich zur Zionshöhe wandeln um nicht das Glück, sondern erst das Gesetz, den Boden alles Glückes, von dort zu holen, noch daS