Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 59 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JesalaS und seine׳ Welt ll. 59 erkennen, daß ihr Götter seid, und könnet auch Gutes und Böses senden, und wollen uns zu euch wenden und uns in der Anschauung einen. Sehet, ihr seid aus Nichts und euer Werk aus Ottertrieb [?), Abscheu wer euch erwählt" (״ .(41 ״Die Götter-Bildncr alle sind selber btldnngslos, und die von ihnen Verehrten fördern mit Nichten Etwas. Sie sollten sich's selbst bezeugen, -daß sie nichts sehen und nichts wissen und darum sollten sie sich schämen. Wer hat sich einen Gott gestaltet und ein Bild gegossen, ohne Hoffnung, daß es nütze! Alle die sich zum Gott gesellen sollten sich schämen, die Meister sind doch sie, der Götter Ursprung ist doch der Mensch! Da steht der Eiscnschmied in der Schmiede, schafft es mit der Kohle und bildet es mit Bohrer, und wahrend er mit kräftigem Arm etneu Gott schafft wird er doch auch hungrig und kraftlos, und trinkt er nicht Wasser ermattet er. Oder der Holzschnitzer legt das Maß an, reißt mit Kreide vor, bildet ihn mit Hobel aus und formt ihn mit Zirkel und hat ihn dann fertig wie eines Mannes Gestalt, wie ein Mcnschen-Pracht-Btld wenn cs des Hauses Ruhe gilt. Gilt's dem Cedern-Schlag, wählt er Buch und Pappel, sucht sich Macht durch Waldesbänme, pflanzt einen Ahorn sich und der soll den Regen mehren! Und wird doch auch dem Menschen zum Brennen, und er nimmt doch auch davon und wärmt sich, und heizt und backt Brod, — und macht gleichwohl auch einen Gott daraus und bückt sich, macht's zum Bilde und beugt sich ihm! Ein Theil hat er im Feuer verbrannt, auf einem Theil ißt er Fleisch, brät und ißt sich satt, wärmt sich auch und spricht: Ha! Das heißt warm geworden, Gluth empfunden! Und den Rest hat er zu einem Gott, zu seinem Bild verbraucht, beugt sich ihm und. bückt sich ihm und betet zu ihm und spricht: Nette mich, mein Gott bist du!! Sie wissen nichts und begreifen nichts, ihr Auge ist dem Sehen, ihr Herz dem Nachdenken verschlossen. Entgegent sich'-s selber nicht, hat nicht Verstand, nicht Einsicht, sich zu sagen: die Hälfte habe ich verL brannt und habe auf den Kohlen Brod gebacken, brate mir auch Fleisch und esse es — und den Rest soll ich zum Abgott machen, soll mich vorm Holzblock bücken!! Aschen-Wcider! Das beschwatzte Her; hat ihn verführt! Er wird sich nicht mehr loöwinden und sprechen: Ich habe doch eine Lüge in der Hand!"