Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 55 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932922-2947376--07812-2947400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zesatas und seine Welt. II. 55׳ Liebe in die Erscheinung tritt, ist kein Erzcugntß freier Selbstbestitnmung, sondern nur Produkt naturwüchsiger Entfaltung jener edeln Keime, die, dem Menschen als Anlage für seine freie Selbstbcstimmnng eingeboren, selbst in tiefster Entartung nicht ganz verschwinden, ist willenlose Blüthe an dem nichtgepflegten Baum der Humanität, nicht sich selbst veredelnde freie Menschcn-That. ״Pflanze ist alles Fleisch und all seine Liebe wie Feldcsblume" כל. הבשר חציר וכל חסרו כציץ השרה (Jes. 40). Indem seine Götter ihm aber vorzugsweise אלילים sind, köpfschüttelnde, verneinende Machte, עצבים versagende, den Schmerz der Entsagung anferlegcnd, erwartet er auch nicht sein Heil in erster Linie von diesen, seinen Freuden und seiner Macht neidischen Machten; vielmehr sehen wir das Vertrauen zu allererst jener vermeintlichen Wissenschaft nnd deren Trägern;;!gewandt, die mit vorgeblich tieferm Einblick in die physische Welt es verstehen soll, diese Welt und deren Mächte dem menschlichen Verlangen dienstbar zu machen, oder ihr das Verständntß günstiger oder ungünstiger Augenblicke abzulocken, die dem llnternehmcn der Menschen Gelingen oder Mißlingen versprechen. ברים ,חוזים בכוכבים ,ידעונים ,אבות ,עוננים einerseits, anderseits הוברי שסים ,הברים ,כשבים ,אסים, Wolken-, Todte-j, Sterne-, Orakel-Besrager einerseits, andererseits Gehctmkünstler, Naturbestimmcr, Erde- und Himmelin den Dienst des Menschen-Bändtger sehen wir überall als die vornehmsten Rath- und Hülfespender, als die nothwendige Ergänzung im Gefolge der אלילים. Die Wardeiung der That nach ihrem inner», sittlichen Werth, ist nichts; es fragt sich nur ob sie gelingt, und für dieses Gelingen hat man der ganzen umgebenden und das Gelingen bedingenden Welt den günstigen Augenblick abzulauschen, oder ungünstige Mächte durch überlegene Geheimknnst in die Gunst des menschlichen Unternehmens zu bannen. Im Dienste dieser Kunst steht alle Wissenschaft, deren entsittlichender Einfluß somit hervorleuchtet. Das Verderbliche jener alten Wissenschaft der jcsaianischen Welt liegt nicht in ihrer Un- Wahrheit, das Verderbliche liegt in ihrer Unsittlichkeit. Denn jede Wissenschaft, selbst die wahrste, objektiv begründetste, die sich als Surrogat für das einzig Maßgebende des Sittengcsetzes setzt, wird eben durch diesen Mißbrauch Fluch. ״Und nun höre dies", lautet daher das Wort an den baby-