Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 2 (November 1862)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1862-11-01
- Page
- 54 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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bischen Welt, an welche und für welche er gesendet, zu construiren versuchen, um sodann ein tieferes und volleres Verständniß seiner Sendung an und für dieselbe anzustreben, und zwar nicht ein Bild ihrer äußern Cultur, sondern ein Bild ihres inner» geistigen, sittlichen und socialen Wesens, dieses eigentlichen Kerns eines jeden individnellen oder nationalen Seins, zu dein alles Andere sich nur wie Ausdruck und Folge verhält. Welches sind in der jcsaianischen Völker-Welt die Principien, die als leitende und gestaltende Hebel, bewußt und unbewußt, den geschichtlichen Erscheinungen des Vvlkerlebens zu Grunde liegen? Wie schauen sich Menschen und Volker in dieser jesaianischen Welt an, welche Welt- und Lebens-Anschauungen bilden den geistigen Boden, auf welchem das sittliche und sociale Verhalten erwächst, und Wie verhält sich die ganze Summe dieses Verhaltens an jenem Maßstab gemessen, den uns das Berufungskapitel des Propheten als Maßstab für jedes berechtigte Sein im Reiche Gottes gereicht? In vollstem Gegensatz zu jenem Maßstabe, der auch den Menschen seraphim-gleich, unbekümmert um das Ziel, unbekümmert um die Stellung, nur im Dienste Gottes seine Lebens-Energie suchen und entfalten wissen will, zeigt uns die jcsaianische Welt den Menscheu m>r um seine Stellung und seine Zukunft bekümmert^ und auch die leiseste Ahnung von dem Berufe, mit seinem ganzen irdischen Dasein und Leben Gott dienen, somit den Willen Eines Hoher» Vollbringen zu sollen, in dessen Dienst eben die ganze übrige Welt mit ihm steht, auch nur die Ahnung von dieser Bestimmung ist bis ans die letzte Spur verloren. Vielmehr kennt der Mensch zunächst nur sich, seine Bedürfnisse, seine Wünsche; die Befriedigung dieser Bedürfnisse und Wünsche sieht er ebenso von der physischen und socialen Welt, die ihn umgiebt, — seine Götter mit inbegriffen, die nur einen Theil seiner physischen Welt bilden — bedingt, als derselben nur widerstrebend im Kampfe abzuringen. Die physische Welt — seine Götter mit inbegriffen — und die sociale Welt seinen Wünschen unterthänig zu machen, das ist bie Summe seines Strebens. Ans diesem Streben entspringt seine Religion und seine Polttik; jene ist eine JnteresscmNeligion so wie diese eine Interessen- Politik. Das höchste Menschen- und Gvtter-Zdeal heißt: Macht, undwas von einer sich seiner Selbst entäußerndcn Güte, Humanität und