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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
Date
1862-10-01
Page
40 (sequence 13)
Language
German
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40 Macaulay über die Judenfrage. gehörigen Mildthätigkeit gegen die Armen, keine Zinsen zu nehmen, keine Duelle auszufechten, kein Schauspiel zu besuchen. Gehorchen sie diesen Befehlen? Wenn es Thatsache ist, daß sehr wenige von ihnen ihren Vorschriften, genau Nachkommen, sobald diese Vorschriften ihren Leidenschaften und Interessen zuwtderlaufen, sollte dann nicht Treue, sollte dann nicht Menschlichkeit, sollte nicht die Vorliebe für ein Leben in Ruhe, nicht die Furcht vor dem Tode hinreichend sein, sie abznhalten, diese verruchten Befehle zu vollstrecken, welche die Kirche Noms gegen Englands Herrscher erlassen? Wenn wir wtssen, daß Viele unter diesem Volke sich um ihre Religion nicht so viel kümmern, einen-Freitag ohne Ochsenbraten zn verbringen, warum sollten wir uns vorstellen, daß sie würden Gefahr lausen wüllen, für diese ihre Religion gefoltert und gehängt zu werden? Man raisonnirt jetzt über die Juden, wie unsere Väter über die Papisten raisonnirt haben. Das Gesetz, welches auf den Mauern der Synagoge geschrieben steht, verbietet Habsucht. Aber, siele uns ein zu sagen, daß ein Jude als Pfandverleiher das ihm Verfallene nicht etntreiben werde, weil Gott ihm geboten, seines Nächsten Haus nicht zu begehren, Jedermann möchte sich denken, daß wir von Sinneu sind. Und doch gilt es für ein Argument, wenn man sagt, ein Jude nehme kein Interesse an der Wohlfahrt des Landes in welchem er lebt, ein Jude kümmere sich nicht darum, wie schlecht im Lande die Gesetze und die Polizei, wie es übermäßig besteuert sei, wie wie oft es erobert worden und der Plünderung anheimgefallen sei, darum nämlicb, weil Gott verheißett hat, daß vermöge irgendwelcher unbekannter Mittel und Wege und zu irgend weichet unbestimmten Zeit, vielleicht von heute über zehntausend Jahre, die Juden nach Palästina Wandern sollen! Liegt darin nicht ein über die Maßen gründliches Verkennen der menschlichen Natur? Wissen wir nicht, daß das, was entlegen und unbestimmt ist, den Menschen weit weniger berührt, als das was naheliegend und festbesttmmt ist? Das Argument haßt übrigens auf Christen, strenggenommen, wie aus Juden. Der Christ glaubt ebenso wie der Jude, daß zu irgend etner künftigen Zeit die jetzige Ordnung der Dinge ein Ende nehmen wird. Ja, viele Christen glauben, daß der Messias binnen Kurzem ein Königreich aus Erden stiften und über alle Unterthanen derselben sichtbar herrschen werde. In wie fern dieses Dogma orthodox

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