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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
Date
1862-10-01
Page
39 (sequence 12)
Language
German
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I Aus dem Englischen von Dr. PH. Siegs. Baun. 39 nem Nächsten etwas anzuhangen. Einem Christen ist mit den heiligsten Geboten eingeschärft, in all' seinem Thun rechtschaffen zu sein. Und doch, wie vielen von den vierundzwanztg Millionen Bekennern des Christenthums aus dieser Znsel würde Jemand, der bet Sinnen ist, tausend Pfund Sterling ohne Sicherheit leihen? Wer nur Einen Tag in seinem Verhalten von der Voraussetzung ausgehen wollte, daß alle Welt um ihn herum unter dem Einstuß der Religion verfährt, die sie bekennt, der würde noch vor dem Abend seinen eigenen Ruin erleben; und es fällt auch Keinem ein, in irgend welchen alltäglichen Beziehungen des Lebens, beim Borgen, Leihen, Kausen oder Verkaufen durch jene Voraussetzung sein Thun bestimmen zu lassen. Aber, wenn es daraus ankommt, eines unserer Mttgeschöpfe zu unterdrücken, dann steht die Sache ganz anders. Ja, dann bringen wir eben die Gründe vor, von denen wir doch wissen, daß sie zum Guten schwach und nur im,bösen Sinn allmächtig sind. Dann legen wir unfern Opfern all' die Schändlichkeiten und Tollheiten zur Last, worauf, wenn auch noch so weithergeholt, ihre Grundsätze augenscheinlich hinauskommen. Wir vergessen, baß dieselbe Schwäche, dieselbe Schlaffheit, dieselbe Neigung auf die Gegenwart mehr zu achten als auf die Zukunft, daß Alles, was Menschen schlechter macht als eine gute Religion, sie besser macht als eine schlechte. Ganz in derselben Weise raisonnirten unsere Vorfahren und raisonntrt noch in unseren Tagen Dieser und Jener über die Katholiken. Ein Papist hält sich für verpflichtet, dem Pabste gehorsam zu sein. Der Pabst hat eine Bulle erlassen, kraft welcher er die Königin Elisabeth absetzte. Daher wird jeder Papist Ihre Majestät als eine Thronräuberin betrachten, daher ist jeder Papist ein Hochverräther. Daher muß jeder Papist gehenkt, eingesteckt und geviertheilt werden. Dieser Logik verdanken wir einige der gehässigsten Gesetze, die jemals unsere Geschichte verunehrten. Sicherlich liegt die Widerlegung aus der Hand. Die römische Kirche mag diesen Leuten befohlen haben, die Königin als eine Thronräubertn zu betrachten. Aber, sie hat ihnen manche andere Dinge geboten, welche diese nie befolgt haben. Sie schärft ihren Priestern ein, den ■ reinsten Lebenswandel zu beobachten. Ihr rügt an ihnen doch immerfort ihre Zügellosigkeit. Sie befiehlt ihren An-

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