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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
Date
1862-10-01
Page
38 (sequence 11)
Language
German
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Macaulay über Me Zudenfrage. 38 daun laßt uns mit den Worten unserer Vorfahren entgegnen: Nolumnus leges Angliae mutari. *) ' Aber, sagt man, in der Schrift steht, daß die Inden ihrem eigenen Daterlande wtedergegeben werden sollen und ihre ganze Nation blickt sehnsüchtig auf jene Wiederherstellung. Deßhalb sind ste nicht so interessirt an der Wohlfahrt Englands, wie Andere. Es ist nicht ihre Heimath, nur der Ort ihres Aufenthaltes, die Zelle ihres Gefängnisses. Dieses Argument, welches zuerst in der ״Times" erschien, und welches einen Grad von Aufmerksamkeit erregte, der nicht seiner innewohnenden Kraft, sondern dem bedeutenden Talente mit welchem jenes Journal geleitet wird, zu verdanken ist, gehört jener Klasse von Sophismen an, durch welche die Hassenswerthesten Verfolgungen leicht zu rechtfertigen wären. Leuten praktische Folgerungen aufzubürden, welche ste selbst bestreiten, ist unaufrichtig bet einem Rechtsstreit: cs ist in staatlichen Dingen nichtswürdig. So kommt die Prädesttnationslehre, nach der Meinung vieler Leute, daraus hinaus, ihre Anhänger äußerst unmoralisch zu machen. Und gewiß, es möchte scheinen, als ob Jemand, der daran glaubt, daß seine ewige Bestimmung längst unwtderruflich seststehe, seinen Neigungen vermuthlich den Zügel schießen lassen und seine religiösen Pflichten vernachlässtgen werde. Wenn er ein Sohn des Zorns ist, dann sind folglich alle seine Anstrengungen vergeblich. Ist er prädestinirt, am Leben zu bleiben, so sind sie überflüssig. Aber würde es weise sein, Jeden, der an den׳ strengen Glaubenslehren des Calvinismus sesthält, so zu bestrafen, als hätte er wirklich alle die Verbrechen begangen, die, wie wir wissen, einige Antinomianer begangen haben? Sicherlich nicht! Die Thatsache ist notorisch, das es viele Calvinisten giebt, welche einen so sittlichen Wandel führen wie nur irgend ein Arminianer, und daß manche Armtntaner so liederlich sind wie nur irgend ein Calvinist sein kann. Es ist geradezu unmöglich, von den Ansichten, zu denen sich Jemand bekennt, auf sein Gefühl und seine Handlungsweise zu schließen; und, in der That, Niemand ist solch' ein Narr, diesen Schluß zu ziehen, außer wenn er einen Borwand braucht, um sei- *) Wir wollen nicht, daß Englands Gesetze Veränderungen erleiden.

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