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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
Date
1862-10-01
Page
31 (sequence 4)
Language
German
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TuS dem Englischen von vr. PH. Siegs. Dauer. 31 unpartheiische Entscheidung schlichten, anstatt sie durch Balgerei auszumachen, um uns zu bewegen, daß wir unsere Bedürfnisse durch Industrie befriedigen statt durch Raub sie zu decken. Dies ist die einzige Wirkung, zu deren Behuf die Rcgternngsmaschinerie eigendS eingerichtet ist, die einzige Wirkung, welche zu erzielen weise Regterungen stets als ihre Hauptaufgabe betrachten. Wenn es eine Schicht von Menschen im Volke gäbe, welche bet der Sicherheit des Eigenthums und der Anfrechthaltung der Ordnung nicht interessird ist oder sich nicht interessirt glaubt, dann dürfte diese Menschenklaffe keinen Anthetl an der Gewalt besitzen, welche dazu da ist, um Eigenthum zu sichern und Ordnung aufrecht zu erhalten. Aber weßhalb Jemand weniger zur Ausübung eines solchen Rechtes passend sein sollte, weil er einen Bart trägt, weil er keinen Schinken ißt, oder weil er Sonnabends in die Synagoge geht anstatt Sonntags in die Kirche, das ist uns unbegreiflich. Die Unterscheidungspunkte zwischen Christenthnm und Judenthum haben sehr viel damit zu thun, ob Jemand zum Bischof oder zum Rabbiner taugt. Aber sie haben mit seiner Tauglichkeit, Magistratspcrson, Gesetzgeber oder Finanzmtnistcr zu sein, nicht mehr und nicht weniger zu thun, als mit seiner Tauglichkeit zum Schuhflicker. Noch niemals fiel es Jemanden ein, Schuhflicker zu zwingen, eine Erklärung über den wahren Christenglauben abzugeben. Jedermann würde lieber seine Schuhe von einem ketzerischen Schuhflicker, als von einem, der sämmtliche neun und dreißig Artikel unterschrieben, nie aber einen Pfriemen in der Hand gehabt, ausbessern lassen. Und dieses nicht etwa, weil uns Religion gleichgültig geworden, sondern weil wir nicht einzusehen vermögen, was Religion mit Repariren der Schuhe zu thun hat. Und gerade ebensoviel hat Religion mit Schuhflicken, wie mit dem Budget und dem Militär-Etat zu thun. Wir haben seit den letzten zwanzig Jahren viele beweisende Beispiele gehabt, daß ein sehr guter Christ ein sehr schlechter Schatzkanzler sein kann. Aber es würde widernatürlich sein, sagen die Ankläger weiter, wenn Juden einer christlichen Gemeinde Gesetze geben sollten. Dies ist eine handgreifliche Verdrehung. Es handelt sich nicht darum, daß Juden einer christlichen Gemeinde Gesetze geben sollen, sondern, daß

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