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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Macaulay über die Judenfrage [Rezension]
Date
1862-10-01
Page
30 (sequence 3)
Language
German
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30 MacciUlaüber die Zudenftage. Bewetslast denen abzunehmen, welchen sie eigentlich obliegt, die aber vermuthlich einen Haken darin finden. Gewiß kann kein Christ leugnen, daß jedes menschliche Wesen ein Recht darauf hat, daß ihm all der Lebensgenuß vergönnt werde, der seinen Nebenmenschen keinen Nachtheil bringt, und daß er von aller Demüthigung verschont werde, die Andern keinen Vortheil gewährt. Ist es nun nicht eine Quelle der Demüthigung für eine ganze Classe von Menschen, ausgeschloffen zu sein von politischen Rechten? Wenn dem so ist, dann haben diese Menschen nach christlichen Grundsätzen ein Recht, von dieser Demüthigung erlöst zu werden, insofern nicht ihre Ausschließung als nothwendig zur Verhütung eines größeren Uebels erwiesen werden kann. Die Vernunft spricht sichtlich zu Gunsten der Toleranz. Es ist Sache des Anklägers, seinen Angriff zu begründen. Die befremdende Behauptung, die wir eben betrachten, dürfte doch für diejenigen selbst, welche sie aufstellen, zu viel beweisen. Wenn Niemand ein Recht auf eine Mitwirkung an der Staatsge- Walt besitzt, dann hat weder Jude noch Heide ein solches Recht. Die ganze Grundlage der Staatsgewalt ist hinwcggeräumt, dann ist Eigenthum und Person Aller unsicher, und es ist doch anerkannt, daß Alle ein Recht aus Eigenthum und persönliche Sicherheit besitzen. Wenn es recht ist, daß das Eigenthum des Menschen beschützt werde und dies nicht anders möglich ist, als vermittelst der Staatsgewalt, dann muß es doch recht sein, daß eine Staatsgewalt vorhanden sei.- Nun ist aber keine Staatsgewalt denkbar, ohne daß eine gewisse Person oder mehrere Personen die Gerechtsame der öffentlichen Ge- Walt inne haben. Und das will sagen: eine gewisse Person oder mehrere Personen müssen ein Recht haben auf die Staatsgewalt. Darin eben, daß man in der Regel nicht im Stande ist, einzusehen, welches der Endzweck der Staatsgewalt sei, liegt der Grund, wcßhalb man Zurücksetzung von Katholiken und Zurücksetzung von Juden so lange hat fortdauern lassen. Wir hören von wesentlich protestantischen, von wesentlich christlichen Staaten reden, Ausdrücke, die gerade so viel Sinn haben, wie eine wesentlich protestantische Kochkunst, oder eine wesentlich christliche Reitkunst. Staaten sind da, um den Frieden aufrecht zu erhalten, um uns zu bewegen, daß wir unsere Streitigkeiten durch

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