Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Pädagogische Plaudereien
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 25 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 25 jeden Kinde gegenüber sich nicht die völlige Unterdrückung irgend einer in ihrer Ausschweifung und mißbräuchlichen Entartung vor Augen tretenden Charaktereigenthümlichkett, sondern das als Aufgabe setzen, in jeder, auf ihrem Abwegen, von der Linke zurückzuweisenden Neigung und Anlage des Kindes die Seite zu erspähen, in welcher auch sie, richtig geleitet und weise umschränkt, dem Guten dienen und der entwickelnden Pflege, der annähernden Rechte würdig wären. Und für diese Sette laßt uns jede, auch die erschreckendste Anläge unseres Zöglings gewinnen; in Umwandlung aller ihrer schlechten Anlagen, wie man das nennt, zum Guten die Meisterschaft unserer pflegenden Rechte erproben! Die Anlage ist ja nicht schlecht, die Anwendung tst's. Wohlan, laßt uns den Eigensinn in Charakterfesttgketr, die Dreistigkeit in Muth, die Ehrsucht in Ehrliebe, die Heftigkeit in Eifer, die Trägheit in Geduld, die Lüge in Dichtung, das Stehlen in Gewandtheit 1c. umwandeln und gleichzeitig alle die jenen Ausschreitungen entgegengesetzten Tugenden des Gehorsams, der Besonnenheit, des Fleißes, der Wahrhaftigkeit, der Rechtschaffenheit rc. mit besonder« Nachdruck dergestalt bet unser« Zöglingen zu pflegen bemüht sein, daß diese zugleich, als Grenzwächter der Scheidelinie zwischen dem sittlich Löblichen und dem tadelswerthen Schlechten, unsern Bemühungen, alle jene Anlagen in die Schranken des Guten und Heilsamen zurückzuhalten, mächtig zu Hülfe kommen. Dann wird der große Erzieher der Menschheit, in dessen Dienst auch unsere bescheidene Erziehungsarbeit strebt, unsern Bemühungen zulächle»:/׳,in ״!אם תוציא יקר מזולל כפיVerstehst du cs das Würdige aus dem Unwürdigen zu entfalten, wirst du meinem Munde gleichen!" Eine Kunst vor Allem sollten Eltern und Erzieher für ihren Umgang mit Kindern üben lernen— die Kunst des Vergessens! Nicht der Vergangenheit, der Zukunft gehört unsere ganze Wirksamkeit an, und nicht aus dem Boden der Vergangenheit, aus dem Boden der Zukunft haben wir alle unsere Hoffnungen und — Erfolge zu schöpfen! Wie wir es von unser« Erzieher und Meister wissen: כי עמך הסליחה למען תורא, daß er ״immer mit Verzeihen entgegenkommt um nur fortan ehrfürchtenden Gehorsam zu finden", wie er immerhin jedem Augenblick, bereit ist einen Strich über daS Vergangene;זו machen um nur einer neuen, bessern Zukunft die