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Jeschurun · 1862-10-01 · Heft 1 (Oktober 1862) · p. 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 1 (Oktober 1862)
Article
Pädagogische Plaudereien
Date
1862-10-01
Page
26 (sequence 9)
Language
German
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26 Pädagogische Plaudereien. Pforte zu offnen, wie sein: רויזם אם בקולו תשמעו, sein : ״Jetzt, wenn ihr mir gehorchen wollt!" jeden Augenblick als die Stunde unserer Wiedergeburt und Erlösung aufs neue anbietet: so sollten wir unfern Kindern mit Zöglingen — wie sie auch immer sich bis jetzt bewährt haben mögen — nimmer ein verbittertes Gemüth entgegentragen, sollten wir unsern Kindern und Zöglingen immer ein freundliches, lieberfülltes Herz bewahren; ihre sittlichen Fehler Und Gebrechen sollten uns wie Krankheit und Schwäche mit Bekümmerniß, aber nimmer mit Haß erfüllen; das Gestern sei nimmer f-ür uns da, jeder frische Morgen führe uns ihnen mit frischer Hoffnung entgegen, daß heute sittliches Morgenroth da anbreche, wo uns gestern mitternächtliches Dunkel geschreckt. Lernen wir doch von Gott, dem ersten, großen Lehrer und Erzieher der Menschen, lehren und erziehen! הן א׳ ישגיב בכחו מי כמהו מודה, Siehe, Gott hebt und stärkt mit seiner Kraft, wer ist wie Er ein Lehrer! (Hiob.) Nicht im Nieverwerfen und Vernichten zeigt Gott seine Ueberlegcnheit, sondern, indem er Gesunkenes hebt, Geschwächtes stärkt, indem er mitthetlt und einflößt von seiner Kraft, und an seiner Kraft sich Gesunkenes zur siegenden Stärke emporheben läßt! Das ist es vor Allem! Wenn wir unsern Zöglingen gegenüber Muth und Hoffnung verlieren, wird in ihrer Brust sich gewiß trostloses Stchgehenlaffen einnisten. Vielmehr soll unser Muth sie ermuthtgen, unsere Hoffnung sie erheben, unsere Freudigkeit sie ermuntern und jene Heiterkeit in ihnen wecken, die die einzige Stimmung ist, in welcher inneres Wachsthum gedeiht. So oft wir mit ihnen zusammentreten, muß jeder in unserm ganzen Wesen die Aufforderung lesen : ״ ,היום אם בקולו תשמעוheute, wenn ihr nur wollt!" Als Gott sich ein Volk für sein Gesetz schaffen wollte, für ei» Gesetz, das als das Höheziel aller künftigen sittlichen und socialen Entwickelung dieses Volkes und der Menschheit dastehen, und für welches und zu welchem dieses Volk, und nach ihm die Menschheit im ganzen Lauf der Jahrhunderte erst herangebildet und erzogen werden sollte: war die allererste Institution, die er ihm ertheilte, nicht die Offenbarung des Gesetzes, sondern ההש, die Institntion der Verjüngung, der Sühne, der Hoffnung und der Zukunftszuversicht, und dieser Zug der verjüngenden, sühnenden und stets neu schaffenden Wiedergeburt geht durch das ganze Gesetz des

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