Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Tischri
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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schicken und wer will für uns gehend" — Die Stimme Gottes sucht einen Boten für ihre Sendung — für ihre außermenschliche Welt stehen ihm immer beflügelte Diener bereit—allein für ihre Sendung von Menschen an Menschen im Menschcnkreise, wird die freie Hingebung erwartet- und die Stimme, die immer ruft, wird nur selten und von Wenigen vernommen. Es gehörteerst das ganze Erlebntß dazu, das uns Jesaias bis dahin erzählt, ehe auch er die Stimme vernommen. Als er sie aber vernahm sprach er: hier bin ich, sende mich! And es ward ihm der Auftrag, gehe und sage diesem Volke: שמעו שמוע u. s. w. Dieses:;:«שמעו ש u. s. w. kann dem ganzen Zusammenhänge nach kein einfaches Zinperativum sein, sondern ist wohl nur der Imperativ des.Gcstattens, des Gehenlassens re. wie 21pעוצו עצה ותופר דברו דבר ולא ׳ und ähnliche, in welchem vielmehr, das Nutzlose, ja Verkehrte des zeitweilig Zugelaffenen ausgedrückt wird. So auch hier: ״Hort nur immer und Hort, begreift bet Leibe nichts daraus, sehet nur immer und sehet und erkennt bet Leibe nichts davon!" d. h. Fahret nur so fort, wie ihr bis jetzt gethan, so viele Reden gottgesandter Boten zu hören, sich aber gewaltsam dagegen zu hüten, irgend wie dadurch zu einer bessern Einsicht zu gelangen; so viele gvttgesandte Ereignisse zu erleben, sich aber gewaltsam dagegen zu sperren, durch sie ein besseres Verständniß der Zustände und Verhältnisse zu gewinnen. Dieses gewaltsame Sperren gegen die bessere Einsicht und Verständniß liegt im אל. Einer zwtefachen Belehrung hat Gott Israel gewürdigt, durch das Wort und die Ereignisse. Das Wort, die durch den Mund deS Propheten gesendete Belehrung sollte ihm בינה, die Ereignisse die Gott es erleben läßt, sollte ihm רעת bringen. רעת ist die empirische Kenntniß des Vorhandenen, בינה, die Einsicht in das בין, in den Zusammen- Hang und die Beziehungen der Dinge zu einander. Einsicht traut der jüdische Sterbliche sich nicht zu; denn in das Innere der Wesen dringt kein sterblicher Geist. Allein Zwischen sicht, Erkenntniß der Wirkungen der Dinge auf einander, somit Zusammen- Hang und bedingenden und bedingten Einfluß der Dinge, בונה, ist ihm erreichbar. Daher der große und tiefe Satz der Weisen per אם בינה אין רעת אם אין, דעת אין בינה: ohne metaphysische Einsicht in den Zusammenhang der Dinge ist auch wahre empirische Erkenntntß des