Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Tischri
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932921-2947304--07751-2947328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JesataS und fein« Welk. I. 7 fl.cn־.׳ der gewöhnlichen Auffassung gerade entgegengesetzten Gedanken erblickt. Indem man bei dem Begriffe Heiligkeit vorzugsweise das Merkmal der Hoheit nnd Erhabenheit sich vergegenwärtigt, pflegt man die Wiederholung: heilig, heilig, heilig als eine Steigerung in die Höhe, als heilig über alles Heiligste des Heiltgen zu verstehen. Jonathans Umschreibung aber lautet: קריש בשמי מרומא עילאה׳ בית .שכינחיה קריש על ארעא, עובר גבורחיה קריש; לעלם ״ ,ולעלמי עלמיא ר' צבאו'Heilig in dem Himmel der höchsten Höhe, der Stätte seiner Schechina, heilig auf Erden, dem Werke seiner Allmacht, heilig ewig und in den Ewigkeiten aller Ewigkeiten ist Gott der Heere." Offenbar spricht sich hier der Gedanke aus: Gott ist nicht nur heilig in der Zurückgezogenheit seiner heiligen Höhe, Gott ist auch auf Erden heilig und bleibt auch heilig in allen Ent- Wickelungen ewiger Zeiten. Es ist somit die entgegengesetzte Steigerung abwärts, daß Gott auch in der Vermittelung irdischen Wirkens und alle Zeiten.־ dieser irdischen Entwickelung hindurch heilig bleibe, und die Heiligkeit seines Willens in dieser irdischen und zeitltchen Vermittelung nicht getrübt sei. Der erste Aufschluß über das Scheiden der Gottesherrlichkett aus dem irdischen Tempel lautet demnach: Gott ist heilig und nur einen heiligen Kreis duldet seine Nähe. Der zweite Aufschluß tritt ergänzend hinzu und lautet: ״die Fülle der ganzen Erde seine Herrlichkeit, präciser seine Ehre!"-׳ ־■ .!מלא בל בארק בבורו• Wenn der erste Satz die Bedingung irdischer Verhältnisse als Stätte göttlicher Herrlichkeit nach ihrem intensiven Maßstabe als ״Heiligkeit" charakterisirt, so wird dieser Begriff Heiligkeit durch diesen zweiten Satz in extensiver Richtung näher bestimmt. Alles, was die Erde füllt, soll Gottes ״Ehre" sein. Es soll nichts auf Erden sein, das sich nicht als Gottes Verherrlichung, als seine ״Ehre" darstelle. Die Erde soll nicht auch eine Stätte der Gottesherrlichkcit haben, die ganze Erde soll eine Stätte der Gottesherrlichkeit sein! Diese nähere Bestimmung sagt erst vollkommen, was unter der Heiligung der irdischen Verhältnisse gemeint sei, die die Gegenwart des heiligen Gottes aus Erden bedinge. Vor dieser nähern Bestimmung bricht eben der Tempel in seiner Beschränktheit zusammen. .