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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 586

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1862-09-01
Page
586 (sequence 6)
Language
German
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586 Der Judcnbrand in SlraDurg am 14. Febr,!349. hj 1 .״ ' neuen Handwerkschef wählen, und je vier Bürgermeister, von denen je- | der ik Jahr die Geschäfte leiten sollte. Die Bügermeistcr, denen i jetzt das Messer an die Kehle gesetzt war, versuchten noch einmal?! ihr Heil, riefen die Vernünftigsten von den Handwerkern in eine \ Kapelle des Doms und baten sie, ihre Genossen zum Nachhausege-? hen zu bewegen; — jedoch vergebens, und so überließen sie denn das? Feld vollkommen ihren Gegnern. Inzwischen war cs Abend geworden; die Handwerker wollten jedoch noch vor Nacht sich ihres Sieges vollkommen versichern und so übertrugen sie denn je zwei Depntirten aus jedem Handwerk, die sich durch Zuziehung von den Rittern, Knechten und Bürgern ergänzten, die weiteren Maßregeln. Nach abgehaltener Berathung zog diese edle Deputation gefolgt von ihren Urwählern, in die Trinkstube vor dem Münster, wo sich im oberen Stocke Bürgermeister Sturm und Wintertur befanden. Zu ihrem Redner erkiesen sie Herrn Klaus Lappe den edlen Handwerker. Man rief nun die Bürgermeister herab und Klaus Lappe forderte tu der kategorischsten Weise, daß sic die Handwerker ihres ihnen geschworenen Eides entbinden, ihr Amtaufgeben und ן hinfüro nicht mehr Bürgermeister sein sollten. Ans diese von einer imposanten gewaffneten Macht getragene Aufforderung blieb ihnen keine andere Wahl, als ״gar bescheidenlich" zu antworten, sie hätten schon längst ihr Amt niedergelegt, hätten sie je geträumt oder gewußt, daß sie nicht mehr das Vertrauen ihrer Mitbürger besäßen; ohne ihren Willen würden, sie nicht weiter ihre Meister bleiben. Gosse Sturm wollte gleich das Amtssiegel abliefern, und während man danach ging, forderte er die Massen auf inzwischen znm Handwerksmeister Peter Swarber zu ziehen, der gewiß auch in den Beschluß seiner College» einstimmen würde. Peter Swarber der sich, wie wir sahen, beim Beginn des Aufstandes ganz besonders warm der Juden angenommen hatte, war außerdem durch allerlei vermeintliche Mißbräuche, die er sich während seiner Amts-! fährung zu Schulden hätte lassen kommen,—man munkelte, er habe f sich eine eigene Partei unter den Handwerkern bilden wollen auf deren Votum er bei den städtischen Berathungcn zählen konnte re. — ganz besonders bei der Menge verhaßt und mit vorzüglicher Bcsriedigung nahm man die Aufforderung Sturms auf, und die ge-

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