Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 12 (September 1862)
- Article
- Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
- Date
- 1862-09-01
- Page
- 585 (sequence 5)
- Language
- German
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Bon Dr. M. Mph. 585 ) - geben. Der Sturm hatte jedoch schon einmal begonnen; diese Worte vermochten ihn nicht mehr zu beschwören. Man sprengte aus, die Bürgermeister seien von den Juden bestochen, das sei es was ste dazu bestimmt, ste in Schutz zu nehmen. Der Tumult wuchs immer höher. Die unglücklichen Inden blieben wie die wilden Thtere in ihren engen Ghettomauern gesperrt, das tobende Volk hatte sich als Tvdcswächter um sie gelagert. Zu der Wnth gegen ste war jetzt noch die Erregung gegen die Bürgermeister gekommen, die sich ihrer angenommen und manche alte Unzufriedenheit und Klagen über zu große Gewalt die sie sich den Handwerkern gegenüber zugeetgnet, trugen jetzt dazu bei, den Volksauflauf gegen die Juden in eine Revolution gegen die bisherigen Behörden zu verwandeln. Montag den 9. Februar begann denn der eigentliche Sturm. Gleich nach dem Morgenimbiß waffneten sich sämmtliche Handwerker und zogen mit ihren Fahnen vor das Münster. Die Edlen, wohl erkennend, daß es jetzt nicht mehr blos aus die Zuden abgesehen, sondern ein allgemeiner Aufstand des Volkes zu befürchten sei, waffneten sich ebenfalls und zogen mit ihren Anhängern vor das Münster, so daß sich jetzt zwei gewaffnete Parteien gegenüberstanden. Da versuchten die Bürgermeister noch einmal ihre Autorität geltend zu machen, und durch scheinbares Nachgcben den drohenden Sturm hinauszuschieben. Ste kamen deßhalb vor das Münster und forderten die Handwerker in eindringlichen Worten aus auseinander zu gehen: sie sollten morgen aus die Pfalz kommen, da würde man ihnen alle ihre Wünsche gewähren. Wirklich gelang es ihnen auch die tobenden Maffen zu beschwichtigen; die Hand- Werker waren zufriedengestellt und machten sich mit ihren Bannern auf nach Hause. Nur die Metzger, diese eingefleischten Judenfeinde, tobten fort und erklärten, sie zögen nicht ab bis man ihre Forderungcn erfüllt. Als die schon auf dem Heimwege begriffenen übrigen Handwerker dies sahen, kehrten auch sie wieder um und vereinigten ihre tobenden Stimmen mit denen der Metzger. Ergrimmt über den Widerstand den die Bürgermeister ihren Vcrnichtungsplänen gegen die Juden bisher entgegengesteüt, schrieen sie jetzt laut, sie hätten ihre Gewalt usurpirt und bedrückten sie, und forderten kategorisch ihre Abdankung. Sie wollten sich jetzt alle Jahre einen