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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 584

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1862-09-01
Page
584 (sequence 4)
Language
German
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584 Der Judenbrand zu Straßburg am!4. Febr.!349. und Maus vertilgen sollte. So war also der Stab über sie gebrachen. Die ersten Früchte dieses Tages vonBenevelt waren die Metzeleien, die im Elsatz und der Schweiz stattfanden^). Und auch in Straßburg eilte alles dem nahen Untergänge zu. Die Aufregung und Leidenschaftlichkeit gegen die Juden war daselbst immer höher gestiegen, und fand in dem Beschlüsse von Benevelt natürlich das Oel, das die Flammen zur vcrderbendsten Lohe aufachte. Hatte ja auch der Rath und Bischof, die sich bisher den wüthenden Haufen entgegcngestellt, mit in den allgemeinen Weheruf gegen die Juden einsttmmen müssen, und war in den Augen des Volkes der letzte Schutz gefallen, der sich ihrer Wuth bisher in den Weg gestellt hatte. Sie schritten jetzt unverzüglich an'ö Werk. Wie bet allen Aufständen gegen die Juden, so war es auch hier das erste, , daß der Pöbel und die Bürgerschaft sich der Unglück« lichen Juden versicherte. Man sperrte sie also sämmtlich in ihr Ghetto ein und stellte bewaffnete Leute an die Eingänge, damit keiner von ihnen entwiche. Diese Cernirung der Juden scheint Anfangs Februar begonnen zu haben. Wahrscheinlich wäre man schon jetzt über sie hergcfallcn, wenn sich nicht die Bürgermeister noch zum letzten Male in.der edelsten, kräftigsten Weise ihrer angenommen hätten. Gosse Sturm, Kuntz von Wintertur und Peter Swarber, der Chef der Handwerker, ״der Antwergrneister", hießen die drei wackeren Männer, deren Namen wohl verdienen aus diesen düster fanatischen Zeiten auf die Nachwelt zu kommen. Namentlich Peter Swarber redete die aufgeregten Massen an, sie sollten sich doch ja nicht an den Juden vergreifen, die Stadt hätte stets nur Nutzen und Vortheil von ihnen gehabt, und ihnen auch die sichersten Schutzbriefe verliehen, die sie ihnen auch jetzt zu halteil verpflichtet sei. Man hätte sie.ja durchaus nicht des Verbrechens überführen können, dessen man sie zcihte. Er erinnerte sie an den Gehorsam, den sie dem Bischof und den Landesherren bisher geletstet, sie möchten doch auch jetzt ihren eindringlichen Ermahnungen Gehör 6) S. die kurzen Angaben von Königshoven unke«.

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