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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 583

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1862-09-01
Page
583 (sequence 3)
Language
German
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Äon Dr. M. Ralph. 883' / Auch nach Straßbürg war eine Einladung zur Beschickung desselben gelangt, und so kamen denn seine Deputirten und Bischof mit Deputirten aus Freiburg und Basel und sämmtlichen Lanbesherren des Elsaß daselbst zur gemeinschaftlichen Berathung zusammen,wie man mit den Juden verfahren sollte. Von allen Sei- Len erhoben sich die heftigsten Stimmen gegen sie und die Straßburger waren die einzigen, die auch dieses Mal sich der Juden anzunehmen suchten. Als man sie nämlich fragte, was sie mit ihren Juden zu thnn gedächten, antworteten sie, siew ürden sie schützen, da sie nichts Böses von ihnen wüßten. Da warf man ihnen denn von allen Seiten vor, warum sie, wenn sie ihre Juden schuldlos hielten, ihre Brunnen verschlossen und die Eimer entfernt hat- Len. Diese Jneonsequenz benahm natürlich ihrer Fürsprache für die Juden jeden Einfluß, mau drang von allen Seiten in sie, die leidenschaftlichsten Stimmen erhoben sich wider unsere unglücklichen Ahnen, ״es wart ein groß Hützen und schrigen über die von Straßbürg", seine Deputirten und der Bischof wurden überstimmt, und man tarn überein, baß man die Juden ״abetun", d. h. mir Mann Benevelt Erwähnung thut, — ihn ohne genaue Angabe dcö Datums in das Jahr 1349 verlegt. Wa6 uns hauptsächlich zu der Annahme, daß er Mitte Januar stattfand, bewegt, ist folgendes: das Antwortschreiben auf den ersten Brief Cöln's, das wir. Ende Dezember oder Anfangs Januar verlegten, muß noch nichts über die zu Benevelt erfolgte Verabredung berichtet haben. Denn am 12. Januar ermahnt Cöln den Straßburger Rath, da er ja noch gar nichts über das Schicksal der Juden bestimmt habe, zur Mäßigung. -- Also Anfangs Januar kann er noch nicht gewesen sein. Daß er nicht erst im Februar war, glauben wir daraus zu schließen, daß er der Verbrennung der Juden Ln Basel, die gewiß noch im Januar war, voranzugehen scheint. Ganz genau läßt sich jedoch das Verhältniß des Tages von Benevelt zu der Verbrennung in Basel nicht feststellen. Es scheint, daß auf Zusammenroltung der Bürgerschaft der Nath schwur die Juden zu verbrennen, daß dann die Berathung in Benevelt stattfand, und die Ausführung des furchtbaren Beschlusses erst darauf folgte. Es spricht hierfür der Bericht von Königshoven, der wenn auch sich nicht spcciell mit den Schweizer Ereignissen beschäftigt, doch sein Zeitgenosse ist, und deßhalb wohl mindestens ebensoviel Glaubwürdigkeit verdient, wie Tschudi, der viel später schrieb und freilich des Vorgangs in Benevelt gar keine Erwähnung thut. Benevelt lag einige Stunden von Straßburg entfernt.

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