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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 563

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Elul
Date
1862-09-01
Page
563 (sequence 5)
Language
German
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Pädagogische Plaudereien. &63 lassen, wenn sie sich zur Beherrschung der Fehler emporarveiten, die sic von den Eltern ererbt —Wohlan denn, sollte es da nicht unsere allererste Erziehungsaufgabe sein, den Fehlern, Neigungen und verkehrten Lcbmsrichtungen bei uuscrn Kindern entgegen zu arbeiten, die sie möglicher und wahrscheinlicher Weise von uns ererben, nicht — nächst der Aufgabe unserer eigenen steten Selbstbeherrschung — Misere allererste Aufgabe sein, unsere Kinder schon unter unserer Obhut und Leitung, insbesondere vor den Fehlern zu schützen, die von uns durch Abstammung und Beispiel ans sie übertragen werden konnten, schon unter unserer Leitung sie in den Versuchen zu üben und zu gewöhnen, besser zu werden als wir. O, um unserer Kinder willen sollten wir die gründlichste Sclbstkenntniß erstreben, aufs Grundlichste unsere Schwächen, Temperaments- und Charaltcrfehlcr, tadelhafte Angewöhnungen und Neigungen stubiren! Zn allem dem haben mit dem Blute, das in ihren Adern pulst, und mit dem Beispiel, das sie vor sich sehen, unsere Kinder auch die Anlagen ererbt, und wenn uns die Beherrschung so mancher lang gehegter Schwäche, -so mancher lang gepflegter Verirrung, die Angewöhnung so mancher von uns nicht früh genug geübter Tugend schwer wird, so sollten wir vor Allem unsere Kinder so früh als möglich zur Beherrschung eben dieser Fehler, zur llcbung eben dieser Tugenden gewöhnen. Gerade in die Tugenden, die wir nicht haben, sollten wir zunächst unsere Kinder hineinerzichen, vor den Fehlern, die uns anheften zu allermeist sie zu schützen suchen. Zn die Tugenden, die auch uns schmücken, leben sie sich durch Neigung und Beispiel von selbst hinein; vor den Fehlern die auch uns ftcmd sind, sind sie meist schon durch Anlage und Beispiel geschützt. In jeder andern Beziehung, vor allem in Sorge für die leibliche und geistige Zukunft, unserer Kinder lassen wir uns ja ganz entschieden von diesen Grundsätzen leiten; sollte die sittliche Zukunft unserer Kinder uns weniger gelten? Eltern, die sich irgend einer sich leicht vererbenden krankhaften Anlage bewußt sind, werden sicherlich so vernünftig fein, ihre Kinder an eine solche Diät und Lebensweise zu gewöhnen, die am meistcn zur Unterdrückung und Vorbeugung jener Krankheitsanlage geeignet erscheinen dürfte- Eltern, denen es in ihrer Zugend nicht vergönnt war, ihren

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