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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 561

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Elul
Date
1862-09-01
Page
561 (sequence 3)
Language
German
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Pädagogische Plaudereien. 561 Hütte der Armuth gestanden nnd dessen redlicher Fleiß Gott gesegnet, findet in seinem Wohlstände den Lohn seines redlichen Bemühens. Sein Kind, das ihm in Wohlstand geboren, kann in diesem Wohlstände, in der reichen, heitern Fälle, die bereits den Säugling behaglich umfangen, nicht Lohn, sondern eine Besonderheit seiner Lebensaufgabe erblicken. Dem Vater ward mit der Geburt die Aufgäbe, die Tugenden und Pflichterfüllungen zu erwerben nnd zu lösen, die die Prüfungsschule der Armuth bietet; dem Sohne ward mit der Geburt die Aufgabe, die Tugenden und Pflichterfüllungen zu erwerben und zu losen, die die nicht minder übungsreiche Prüfungsschule des Wohlstandes bietet. Und so auch im Gegensatz. Der Mann, der fich durch Schurkenstreiche an den Bettelstab und ins Elend, oder durch Ausschweifungen in Krankheit und Sicchthum brachte, mag in diesem Elende die Strafe für seine Verbrechen erkennen. Den unschuldigen Kindern, die in diesem Jammer, und Elend das Licht der Welt erblicken, wird mit diesem Jammer nicht Strafe, sondern die hohe Aufgabe beschiedeu, die in diesem Elende zur Lösung kommenden Prüfungen bestehen und durch Entfaltung und Bewährung aller der dadurch bedingten Energien sittlicher und ge!- stigcr Kräfte fich aus dieser Tiefe emporzuarbeiten. Kurz, Freud- und Leidvolles, das wir in der Geburt mit erhalten und das unsere Wiege umdüstert oder anlächelt, ist für uns weder Lohn noch Strafe, sondern bedingt die Lebensaufgabe, die unser Herr und Meister uns damit bestellt. Nicht die Kinder, die Eltern werden in dem Glück oder Unglück, das durch sie den Kindern erwächst belohnt und gestraft. Es giebt ja keinen süßern Lohn, als das Bewußtsein, durch das Gute, das wir üben, noch für Kind und Kindeskinder die Saat des Heils und der Freude zu sein, und es gibt keine herbere Strafe, als den qualvollen Gedanken, an den künftigen Schmerzen und Leiden unserer Kinder und Enkel Mitschuldige zu sein — Doch es find nicht diese Betrachtungen, die wir in Veranlassung des vom Elul-Monat wiederholt vergegenwärtigten, großen Gottes-Ausspruches hier weiter verfolgen wollten. Wenn der barmherzige Gott uns mit diesem Worte einen Schimmer von Einblick in Eine Seite der Tiefe seiner Weltleitung gestatten wollte, so sollte auch dieses Wort, wie jede Sylbe seiner Offenbarung mit Nichten

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