Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 11 (August 1862)
- Article
- Aw
- Date
- 1862-08-01
- Page
- 518 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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518 Aw. f chung dieses Ideals jeder Moment und jeder Pulsschlag des gegenwärttgen wirklichen Daseins und Lebens gegeben ist, eben darum, weil das Ideal des Juden kein selbstgeschaffenes Idol ist und sein darf, e b cn d a r u nt, in dieser scheinbaren Stabilität, wurzelt die ewigeJugendfrische der Begeisterung, die nur im Judenthume, von dem rechten Juden zu finden ist. Eben weil nicht die Erfindung der Lebensziele, sondern die Erfüllung der feststehenden Lebensziele des Juden Bestimmung 1 und Aufgabe ist, eben, darum find sie ihm ״mit jedem Tage neu" und können ihm mit jedem Tage neu fein. Denn jeder Tag, jeder Augenblick setzt eine neue Aufgabe, eine neue Seite der einen großen Lebensaufgabe zur Erfüllung. Es ist immer eine neue, noch nicht verbrauchte Kraft, die sich an einer neuen, noch nicht gelösten Aufgabe zu erprobe» hat. Wo aber die Ideale, die Normen des Lebens und Strebens erst von dem Menschen und aus dem Men- . scheu heraus zu erfinden sein sollen, da gähnt der Mensch morgen dem Idole gleichgültig zu, wovon er sich heute ein göttergletches Entzücken versprochen, da lebt Alles nur von dem Reiz der Neuheit, und nur das noch nicht Gewordene, das noch nicht Erprobte hat diesen Reiz, alle gewordene Formen und Normen werden schaal und reizlos und verfallen dem Kehricht der verbrauchten, sogenannten Errungenschaften der Getäuschten — Wie aber die Unverwüstlichkeit der Jugendsrische allen jüdischen Geschlechtern in der Eigenthümlichkeit des rcingchaltenen jüdischen Wesens gegeben ist, ebenso ist aber auch eben durch diese Eigenthümlichkett die Gefahr zum rascher«, abwärts führenden Weg der Entartung, unvergleichlich drohender den jüdischen Geschlechtern vor- Händen- Von welchem Erhabenen läßt sich denn nicht mit Unwahrheit sagen: vom Erhabenen zum Lächerlichen sei nur ein Schritt? Doch wohl von jenem wahrhaft Erhabenen, das nicht irgend welchen äußern sinnbewälttgenden Substrates bedarf, das nicht an irgend eine i äußere, ungewöhnliche, somit schon ohnehin imponirende materielle i Größe geknüpft ist, das nicht in Thron und Hermelin, nicht in s Tiara und Trophäen, sondern in jener sittlichen und geistigen Ho-! heit bestehet, deren , Wesen sich mit dem Alltäglichsten, Gewöhnlichsten vermählt. Von dieser einzigen, wirklichen, wahren Erhabenheit f ist es, daß das Urtheil beschränkter, kurzsichtiger Sinnlichkeit spricht, es sei von ihr zum Lächerlichen nur ein Schritt! Es braucht freilich