Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 11 (August 1862)
- Article
- Aw
- Date
- 1862-08-01
- Page
- 513 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Pädagogische Plaudereien. 513׳ nett in die Zukunft schauenden Blicken für es aufthut, und dem sein Herz mit immer neuer Begeisterung, in immer frischer«, lautern Pulsschlägen zuwallt, je Heller ihm dieser Blick, je klarer ihm diese Erkenntnis; und je lebhafter und wahrer es in sich die Kraft fühlt, zu dem Ideale eines solchen Berufes mit opferfreudiger Hingebung emporzustreben, und je mehr es sich schon in seinem jungen Leben mitten inne in einem solchen Streben fühlt. Oeffnet man seiner Erkenntniß auch den Blick in die Vergangenheit, in die Kunde ihm vorangegangener Geschlechter, weit entfernt, durch das Bewußtsein, vielleicht der tausendste Epigone in dem berganströmenden Zuge der Geschlechter zu sein, abgestumpft für seinen mtthinanstrebenden Berus zu werden, wird sich vielmehr sein Herz mit Bewunderung an die Gedankenbildcr vorangegangener geistiger und sittlicher Größen heften, wird aus solcher Erinnerung nur um so nacheiferungsvollere Begeisterung für das eigene Leben schöpfen, und wird sich mit stabbrechender Verachtung von Allem abwenden, das vor dem Ideale seines Strebens gerichtet in den Schatten der Nichtigkeit sinkt. Läßt man die Jugend an diesem, in jedem neugeborenen Menschen neu sich erschließenden Born ewig frischer Begeisterung für alles Wahre und Gute ungestört erstarken, treten ihr das Mannes- und Greisenalter nur als die aus bereits erklommener Höhe zur Nacheiferung weckenden Gestalten ermunternd, mit der aus Beiden!, aus Gelungenem und Verfehltem, geschöpften Erfahrung ermunternd, zur Sette: dann ist ein ונושנחם, dann ist ein abwärtssührender Grabesgang des Nationalgeistes und des Nationalstrebens unmöglich, dann heißt ״Verjüngung und Fortschritt" das ewige Losungswort der Geschlechter, dann altert nicht Sohn und Enkel mit dem Groß- Vater, dann verjüngt sich Großvater in Sohn und Enkel; selig sieht der Greis Sohn und Enkel zu sich herangeretst, und mit Zugendkrast und Jugendbegeisterung über ihn fort und dem Hvhegipfel des Weges näher htnausschrctten, auf den sie, an seinem Geist begeistert, an seiner Kraft gekräftigt, von ihm geführt worden. Dann schaut nicht rückwärts, dann schaut ewig vorwärts das Geschlecht, und ewiges Jugend-Wehen ist der Lebenshauch der Menschheit. Ein großes Wort hat der Mund jüdischer Weisen gesprochen: 34»