Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 11 (August 1862)
- Article
- Aw
- Date
- 1862-08-01
- Page
- 514 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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514 Aw. (נדרי׳ כב, כ׳־) אילמלא לא חטאו,׳ישראל. לא ניחן לחם אלא חמשה חומשי ״ חורה וספר יהושע בלבד שערכה של א״י הואHätte Israel nicht gesündigt, cs wäre ihnen nur der Pentateuch und das Buch Josua, K! weil es die BcstHanorduung des Landes enthält, gegeben worden," [:; und hat damit die Nothwendigkeit, ja die Ersprießlichkeit der Gep: schichtskunde und der Belehrung aus dem geschichtlichen Rückblick auf j, vergangene Zeiten für ei», seine Gegenwart mit frischlebendiger Pflichttreue ausfüllendes Menschen- und Volker-Leben, in Frage gestellt. », Nur abwärts gehende Geschlechter müssen rückwärts schauen, um sich l am Beispiel verschwundener Größen zu erheben, noch mehr um sich! aus den Verirrungen der Väter und deren Folgen Warnung und j Verständniß ihrer Gegenwart zu holen. Ein Menschen- und Volksleben wie es sein soll, zählt immer Anno 1, kennt nur das eine i Streben geistiger Erkenntniß: ״was ist uns Pflicht und Aufgabe?" f und diese Pfltcht-Erkenntniß hat es nich t sich aus den Thaten und Schicksalen seiner Väter herauszufolgern, diese Pflichterkenutniß ist ihm in dem Gottesgcsetze gegeben, das ihm und jedem Geschlechte jeder kommenden Zeit so unmittelbar und neu aus Gottes Händen! gegeben ist, wie dem ersten Geschlechte, das es schauend aus Gottes ■•׳ Hand empfing. Einem Menschen- und Volker-Leben wie es sein f soll, , kann es gleichgültig sein, was vor ihm geschehen. Es weiß was es zu thun habe, und dieser Gedanke füllt so sein ganzes Bewußtsein aus, und erfüllet es mit so begeisterungsvoller Energie, daß es ß weder Behürfniß noch Zeit hat zurückzuschauen, und wie die geflügeltcn Engel um Gottes Thron nur vorwärtsstrebend lebt. Aber freilich, wenn ein schiffbrüchiges Alter aus den Ersahh rungen seiner Jahre,nichts als den Schiffbruch alles höhern Strebens gelernt, nichts als die Enttäuschung über den Werth und , die ' Bedeutung alles geistigen und stttlichen Idealen geschöpft, sich die ׳ Jugendzeit nur zurückwüuscht, um mit altersklugcn Augen, wie sie das nennen, keinen Schatten nachzujagen, nur für die realen Werthe j des Lebens dieses Leben einzusetzeu, die sich zählen und messen lasj fett und wägen und sofort durchproben, kosten und genießen lassen,! und sich in diesem Realismus des Lebeusplans durch keine hohlen Träume von Tugend und. Gottesfurcht, von Humanität und Aust opfemng, von Meuschenadel und ManueSwürde, durch keine Schwärmcrei und Thorheit, wie sie es.neunen, irre machen zu lassen; wenn