Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1862-07-01 · Heft 10 (Juli 1862) · p. 485

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 10 (Juli 1862)
Article
Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
Date
1862-07-01
Page
485 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932905-2932916-2947050--07556-2947106
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Von vr. M. Ralph. 485 setzliche grauenvolle Ereignisse9) hereinbrachen, der Gesammtheit der französischen Juden verhältnismäßig wenig Unheil. Die Metzeleien die im Jahre 1147, nach der Angabe des treuesten Berichtes über die Verfolgungen während des 2. Kreuzzugcs, zu קרנטן, סולי, הם und 9רמח) stattfanden, scheinen freilich furchtbar genug gewesen zu sein. R. Ephraim aus Bonn berichtet nämlich, daß in הם circa 150 in קרנטן eine ״zahllose Menge" (נפשות אין מספר), in ״ סוליsehr, sehr viele" hingeschlachtet seien. Doch scheint ihre Gesammtstellung noch einige Jahrzehnte hindurch dieselbe glückliche wie zuvor geblieben zu sein. So berichtet der Biograph Philips August Rigordus, natürlich übertrieben, daß sie in Paris die glänzendste Stcllung eingenommen, daß die Hälfte der Stadt ihnen gehörte, Schlösser und Dörfer ihnen verpfändet gewesen, daß der Arm der Justiz ihnen bet ihrer Prozessen gegen christliche Schuldner hülfreich geweseu") nc. rc. Lange sollten ihnen jedoch die Sonne des Glückes nicht mehr aus französischem Boden lächeln. Daß der Neid sich schon längst gegen diese glückliche Lage erhoben, daß verschuldete Barone und andere hohe und höchste Persönlichkeiten ihnen von jeher nicht hold sein konnten, liegt auf der Hand. Aber die, wenn auch nicht sogleich in ihren üblen Folgen vollkommen hervortretende, Aufregung während des Auszuges zum heiligen 2. Kreuzznge, und vor Allem die Bulle des schlauen Eugen III. die durch Lossprechung sämmtlicher Kreuzfahrer von der Bezahlung der Zinsen an die Juden den bequemsten Weg zu ihren Reich thümern gezeigt, der auch schon 1146 hier und da in Plünderung reicher Inden betreten worden war, trugen sehr viel dazu bei, die glückliche Lage der Inden in Nordfrankretch für die Dauer' unhaltbar zu machen. Es tauchten damals auch wohl zuerst die lächerlichen Gerüchte auf, die Juden brauchten Christcnblut zum Mazzvihbackeu, sie hätten die Brunnen vergif» tet rc. und schon in de» letzten Jahren der Regierung des judenfreundliche» Königs Ludwig VII. benutzte man ähnliche Absurditäten, b) Namentlich Ln den Rheingcgenden. &) Grätz l. c. 433 erklärt richtig Ham, Sully und Caren tau. רמרן ist der bekannte HaupLfltz der Tossiftenschule zu Ramerü. *0) Daö soll doch wohl die Angabe, daß sie Christen in Haft gehalten, bedeuten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.