Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 484 (sequence 4)
- Language
- German
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484 Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert rc. und Verachtung gegen sie zu erregen, so daß wieder Beschrän- ■4t kungen und Bedrückungen Platz griffen Größere Verfolgungen wer-- den jedoch aus dieser Zeit — letzte Hälfte des 9. dis in das 11. Jahrhundert — nicht erwähnt. Auch die schrecklichen Ereignisse die mit dem Beginn der Kreuzzüge über die Anden hereinbrachen, traten in ihrer ganzen grauenvollen Schwere vor-! züglich nur aus deutschem Gebiete auf. Wiewohl sich die ersten Schaaren vorzüglich aus Frankreich her rekruttrten und von dort aus sich nach Deutschland in Bewegung setzten, und wiewohl die Hauptanführer der Metzeleien in Deutschland und Ungarn, hauptsächlich Franzosen waren, so scheint der Fanatismus und die Mordgier erst hier ihren Gipfelpunkt erreicht zu haben. Zn Frankreich wird während des ersten Kreuzzuges namentlich fast nur der Vorgänge in Rouen Erwähnung gethan, wo man die Juden in ihre Synagoge trieb, und mit der Degenspitze auf der Brust ihnen nur die Wahl zwischen ״la mort ou le baptgme־‘ ließ«). Am ״קונטרס מחת תחנ״י) wird auf jetzigem französischen Boden noch einer Metzelei in Metz Erwähnung gethan. Ob das jedoch die einzigen Liebesthaten waren, die sich die blutgierigen Horden des ersten Kreuzzuges gegen die französischen Juden erlaubten, bleibt dahingestellt. Jedenfalls wurde ihre Stellung im Allgemeine» kaum davon berührt. Die letzte Hälfte des 11. Jahrhunderts bildet nämlich mit die glänzendste Periode in der Geschichte der französischen Juden, vor allem in Nordfrankreich. Während sie in der glanzvollen Toffiftenschule, die in dieser Zeit blühte, ihren höchster» Culturbeitrag auf den Altar des Judenthums darbrachten, war auch ihre äußere Stellung,^ eine äußerst glückliche und glänzende. Sie besaßen das volle Fretzügtgkeitsrecht, durften überall Bcsitzthümer haben, konnten handeln und wandeln wo und wie sie wollten. Auch die Schlußjahre der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts brachten mit dem 2. Kreuzzuge, während über die deutschen Juden wieder entb) Bouquet recueil XII. p. 240 nach den Berichten des Zeitgenossen Gut- -ertus von Novigento bei Grätz Geschichte der Juden B.׳VI. p. 432. י) Ed. Jeümck Leipzig 1854.