Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 475 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Welt- und Lebens-Anschauungen- VI. 475 für das Lebendige genommen wird, wie לא תחיה בל נשמה u. dgl. ist ganz dem Sprachgebrauche analog, der ebenso 1172 in dem Ausdrucke כל בשר für das Lebendige gebraucht. In Beiden ist ein wesentltcher Thetl des lebendigen Organismus, und zwar derjenige für das Ganze genommen, in welchem das Dasein der Individualität und des Lebens am meisten in die sinnliche Erscheinung tritt. Alle drei,רוח ,נפש unb נשמה, nehmen aber eine wesentlich ho- Here Bedeutung in der Bildung des Menschen ein. Auch die Jndtvidualität des Menschen ist נכש, auch sie hat ן נשמת רוח ה״ם allein sie sind im Menschen hoher» Ursprungs, und daher auch höherer, von den übrigen Lebendigen wesentlich verschiedener Natur. שרצו המים שרץ נפש חיה ,תוצא הארץ• נפש היה, heißt es von der Schaar der andern Lebendigen; ihr ganzes Wesen, נפש und בשת ist einerlei Ursprungs; mit dem בשר ist auch נפש des Thieres dem irdischen Elemente entsprungen. Vom Menschen aber lesen wir: Es bildete Gott 'ד den Menscheu aus Staub von der Erde und hauchte in seine Nase den Athem des Lebens, und so ward der Mensch zu lebendiger נפש. Nur der Leib, das sinnlich sichtbare Gebilde, gehört daher beim Menschen der Passiven Geschöpf-Natur an. Das in dem Leib waltende, den Leib als sein Organ beherrschende, ja ihn ganz eigentlich lebendig machende, die persönliche Individualität des Menschen bildende Wesen, die נפש des Menschen, ist der aktiven Natur des Schöpfers theilhaftig, ist ein Hauch von Gott, und damit den beengenden Schranken der Na-- tur irdischer Geschöpfe weit überhoben. Das Secirmesser des Anatomen, die Lupe des Physiologen und die Retorte des Chemikers vermögen nicht einmal die נפש des Thieres zu fassen;. die נפש des Menschen ist ganz ihrem Bereiche entzöge». Wie diese נפש ein Gotteshanch ist, von Gott dem irdischen Leib eingehaucht, so sehnt sich auch diese Seele, nach Gott: «Wie ein Reh sich hinaufsrhnt zu dem AuSsprung deS Wassers So sehnt sich meine Seele zu dir hin, Gott! Zu Gott, zum lebendigen Gott dürstet meine Seele, Wann komme ich hin und werde geschaut vor dem Angesicht Gottes!" M- 42.) «Ich gedenke der Tage von ehedem, Ich sinne über all dein Wirken Urb er das Schaffen deiner Hände wectr ich Gedanken,