Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Thamus
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 472 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Thamur. nung und Uebung stählt alle Kraft und Fähigkeit und lenkt sie in die Bahn , in der sie lebenslänglich verbleiben sollen, גם כי יזקין לא יסור ממנה. Indem aber unser חנוך לנער על פי דרט unfern Blick auf jedes einzelne Kind unserer erzi henden Obhut insbesondere lenkt, und על פי ררכו spricht, nach Maßstab seines einstigen Wandels, so dürfte es damit nnserer Beachtung noch eine Bemerkung nahe gelegt haben, die nicht minder unsere volle Beherzigung verdiente. Jedes Kind will individuell Erzogen werden! Das allgemeine Ziel eines gottgefälligen, pflichttreuen Lebens ist für Alle dasselbe; allein die übenden Wege, die wir ein jedes zu dieser reinen Höhe der Pflichttreue zu führen haben, sind verschieden, so verschieden als die Anlagen und Fähigkeiten, die Temperamente und Neigungen, ■ das Mehr und Minder aller Geistes- und Gemüthes- Anlagen bei jedem Menschen verschieden sind. Da paßt nicht für Alle Alles. Jakob und Esan sollen beide gleich wackere Männer an der Hand nnserer Erziehung werden; allein eben darum muß diese Erziehung für beide nicht dieselbe sein, müssen beide nach den ihnen innewohnenden Etgenthümlichkeiten, die ihre künftigen Lebenswege »erschieden gestalten werden, auch in verschiedener Uebung auf dem Weg des Guten und Gottgefälligen geleitet werden. על פי ררט! spricht * unser Erziehungssatz. Da hätten wir nur bei jedem unserer Kinder früh zu fragen, welche Eigenthümlichkeit, sich selbst überlassen, ein Jedes einst im Leben bewähren wird, und wie eine jede dieser Eigenthümlichkeiten für das Heil der Welt und das Wohlgefallen Gottes zu gewinne» und vor Abwege zum Unheil und Unrecht geschützt werden konnte, und in dieser Verwendung aller Anlagen zum Guten, in dieser beherrschenden Ableitung aller Anlagen vom Bösen haben wir ein jedes Kind nach seiner Weise besonders zu üben. Es ist darum Eins von vorn herein nicht besser als das Andere. Was dem Einen schwer wird, wird dem Andern leicht und jeder Mensch bekommt ein anderes Pensum der Uebung und der Lebens-Exerritien. Glücklich das Kind, auf dessen Eigenthümlichkeit das Elternauge früh aufmerksam geworden und hat sie durch stille, aber ernste und stete Uebung vom Bosen abgelenkt und zum Guten gewöhnt! Ist doch nicht eine einzige aller dem Menschen vom Schöpfer gegebenen Anlagen an sich schlecht, wie auch keine einzige an sich bereits gut. Alle,