Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Thamus
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 470 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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470 ThäurnS. hat ja keinen andern Zweck, als unsere Jugend für ihren einstigen, selbstständigen Lebenszweck auszurüsten. Wohlan denn, so dürfen wir auch mit Erwerbung der Tüchttgkeitund Rüstigkeit, der Reinheit und Gediegenheit, der Klarheit und Fähigkeit und Fertigkeit, die unsere Kinder einst an Leib, Gemüth und Geist bewähren sollen, nicht warten bis sie in das Leben getreten, sondern wir müssen die Kräfte des Leibcs, die Regungen des Gemüthes, die Vermögen und Fähigkeiten des Geistes bereits in der Kindheit und Jugend an Ertragung und Ueberwindung der Schwierigkeiten, Beherrschung und Lösung der Aufgaben üben, die einst im Leben eben den Gehalt dieses Lebens bilden werden. Es darf die Abhärtung, die sich selbst helfende Entschlossenheit, der Muth, die Geduld, die Ausdauer, die Entbehrung, es darf auch die Versuchung und die Selbstbeherrschung re. nicht erst im Ernste des Lebens zu erlernen sein. In verjüngtem Maßstabe müssen sie zur Uebungsschnle der Jugend gehören, und Leib, Geist und Gemüth durch geistigcs nnd sittliches Turnen die Stärke Und Gewandtheit erringen, die die einstige geistige und sittliche Tüchtigkeit bedingen. Aber vor Allem muß das Leben der Pflicht in seiner ganzen Mann ich faltigkett bereits in das Leben des Kindes und der Jugend übertragen werden, und Kind und Knabe schon die Gcwtssenhaftigkeit und Pflichttreue bcthätigen lernen, die sie als Jünglinge und Männer selbstständig zu erfüllen haben sollen. Der einstige jübische Mann, das einstige jüdische Weib muß schon ein jüdischer Knabe, ein jüdisches Mädchen gewesen sein. Alles was den jüdischen Mann, was das jüdische Weib einst zieren soll, die Wahrhaftigkeit, die Redlichkeit, die Keuschheit,-die Mäßigkeit, die Rechtlichkeit, die Menschlichkeit, die Versöhnlichkeit, die Milde, die Sanstmuth und die Stärke, die Festigkeit und Nachgiebigkeit, die Gottesfurcht und Gottesliebe und das Gottvertrauen, die Gewissenhaftigkeit und die Pflichttreue in Erfüllung des göttlichen Gesetzes, kurz der freudigernste Gehorsam gegen Gott, der sich in Gestaltung unseres ganzen inner« und äußern Lebens zum göttlichen Wohlgefallen zu bcthätigen hat, alles dies muß bereits von unfern Knaben und Mädchen übend erworben werden, wenn es sie einst dauernd durchs Leben geleiten soll. Es hat daher das ganze jüdische Erziehungsgeschäft eben aus